Bürgermeister Nico Schulz will kommunalen Boden für den Bau von zwei Windrädern zur Verfügung stellen. Über seine Überlegungen, die der Einheitsgemeinde zu mehr Einnahmen verhelfen sollen, sprach Schulz am Dienstag im Wirtschaftsförderausschuss.

Osterburg l Von den drei im Territorium der Einheitsgemeinde ausgewiesenen Windkraft-Vorranggebieten Krevese/Schliecksdorf, Erxleben und Storbeck hat das letztere Potenzial, für die Kommune zur zusätzlichen Einnahmequelle zu avancieren.

Davon zeigte sich Bürgermeister Nico Schulz am Dienstagabend im Wirtschaftsförderausschuss überzeugt. Denn das derzeit bei Storbeck ausgewiesene Areal, das den Bau von insgesamt neun Anlagen zulässt, könnte in östlicher Richtung und in die Osterburger Gemarkung hinein um ein sieben Hektar großes Teilstück erweitert werden. "Diese Fläche, die sich zum überwiegenden Teil in kommunaler Hand befindet, bietet Platz für zwei weitere Windkrafträder", sagte der Bürgermeister.

Bürgermeister hofft auf Pachteinnahmen

Eine Option, die Schulz vor allem mit Blick auf die möglichen Pachterlöse für die Kommune nutzen will. Gegenwärtig würden pro Windanlage Grundstückspachten von 35000 bis 40000 Euro gezahlt, stellte der Bürgermeister in den Raum. Und: Als Eigentümer der Fläche könnte die Einheitsgemeinde auch ein Modell anstreben, "bei dem wir als Kommune oder Einwohner aus unserem Territorium auch von der Energieerzeugung profitieren", sagte Schulz.

Denkbar sei beispielsweise, den Aufbau der Anlagen selbst in die Hand zu nehmen und interessierte Bürger an der Finanzierung zu beteiligen. Die mögliche Erweiterung des Storbecker Vorranggebietes, die vom Stadtrat beschlossen und bei der Regionalen Planungsgemeinschaft Altmark beantragt werden muss, führt nach Meinung des Bürgermeisters nicht zu zusätzlichen Beeinträchtigungen und Nachteilen. "Das ist ja kein völlig neues Windkraft-Gebiet. Neun Anlagen entstehen dort auf jeden Fall, erste vorbereitende Baumaßnahmen sind auf dem Gelände schon in Gange", sagte Schulz. Durch das Projekt der Kommune würde die Zahl der Anlagen lediglich um zwei aufgestockt, zwischen Storbeck und der Osterburger Siedlung könnten sich dann insgesamt elf Windräder drehen.

Mindestabstand soll eingehalten werden

Der Bürgermeister versicherte zudem: Regelungen wie der Mindestabstand von 1000 Metern zur nächsten Wohnbebauung sollen definitiv eingehalten werden. Außerdem gefährden die kommunalen Überlegungen keinesfalls die durch das gleiche Gebiet führende geplante Nordverlängerung der A 14. "Dann würde ich eher auf die Windkraftanlagen verzichten", zerstreute Schulz schmunzend Bedenken von Joachim Pierau (Wählergemeinschaft Land). Und: Billigt der Stadtrat das Vorhaben und wird die Erweiterung beantragt, dürfte die Regionale Planungsgemeinschaft das Projekt genau prüfen, bevor grünes Licht signalisiert wird, machte der Bürgermeister deutlich.

Roland Märker reagierte mit Skepsis auf den Vorschlag. Er verwies auf die Anstrengungen der Kommune, den Fremdenverkehr ein wenig anzukurbeln. "Wir setzen einerseits auf Tourismus, zum anderen aber auf diese Windräder. Das passt nicht zusammen", warnte der sachkundige Einwohner. Mit dieser Meinung blieb Märker am Dienstag aber in der Minderheit. Bei nur einer Gegenstimme sprach sich die Ausschuss-Mehrheit dafür aus, die Ausweisung der zusätzlichen Fläche als Windkraft-Gebiet zu beantragen.

Ob die Kommune der Empfehlung des Wirtschaftsförderausschusses tatsächlich folgt, zeigt sich am Donnerstag, 24.April. Dann befasst sich der Osterburger Stadtrat mit dem Thema.