Der Rochauer Gemeinderat tagte am Freitag erstmals nach der Zwangseingemeindung Klein Schwechtens. Der neue Rat, gewählt am 6. Dezember vergangenen Jahres, hat sich nun konstituiert. Bürgermeister Uwe Großpietsch verpflichtete die anwesenden Ratsmitglieder. Die Wahl des stellvertretenden Bürgermeisters wurde vertagt.

Rochau. Seit dem 1. Januar 2011 gehört Klein Schwechten mit seinen Ortsteilen Häsewig und Ziegenhagen zur Gemeinde Rochau. Ein gemeinsamer Gemeinderat war von den Einwohnern am 6. Dezember 2010 gewählt worden. Die Wahl wurde am Freitag von den Ratsmitgliedern für gültig erklärt, da während der 14-tägigen Einreichungsfrist keine Wahleinsprüche eingegangen sind.

Anschließend verpflichtete Bürgermeister Uwe Großpietsch die elf anwesenden Ratsmitglieder (Gerhard Hupe war verhindert) auf die gewissenhafte Erfüllung ihrer Amtspflichten. Sie gelobten, das Wohl der Gemeinde und der Einwohner nach allen Kräften zu fördern.

Patt zwischen Andert und Deutsch

Für die Wahl des stellvertretenden Bürgermeisters waren zwei Wahlgänge erforderlich. Dennoch stand am Ende kein Ergebnis fest, so dass dieser Tagesordnungspunkt vertagt wurde. Aus den Reihen der Klein Schwechtener Ratsmitglieder wurde Gabriele Andert, zuvor neuneinhalb Jahre lang Bürgermeisterin Klein Schwechtens, als Kandidatin vorgeschlagen. Als zweiter Kandidat stellte sich Karl-Otto Deutsch. Der Rochauer war bislang stellvertretender Bürgermeister.

Beim ersten Wahlgang sprachen sich sechs Ratsmitglieder für Andert und sechs für Deutsch aus. Beim zweiten Wahlgang gab es wieder eine Pattsituation. Es gab zwei ungültige Stimmen, so dass es fünf zu fünf stand. Gegen einen dritten Wahlgang, bei dem das Los entscheiden sollte, sprachen sich die Räte aus. Sie beschlossen die Wahl zu vertagen und wieder an die Wahlurne zu gehen, wenn alle 13 Mitglieder anwesend sind.

Weil Klein Schwechten zu Rochau hinzugekommen ist, passte der Rat die Hauptsatzung und die Bekanntmachungssatzung an. Da die Gemeinde nun größer wurde und auch mehr Einwohner aufweist, regulierte das Gremium die Aufwands- und Entschädigungssatzung. So erhalten die Ratsmitglieder nun pro Sitzung elf Euro mehr. Frank Schmidt strebte an, diese elf Euro zu Gunsten der Gemeinde einzusparen. Sein Vorschlag fand aber keine Mehrheit.

Gabriele Andert regte an, dass sich die Ratsmitglieder alle Orte der Gemeinde gemeinsam anschauen. "So lernen wir uns besser kennen. Wir können keine Entscheidungen treffen, wenn wir die Gegebenheiten nicht kennen", begründete sie. Diese Rundtour wird mit dem Kremserwagen absolviert.

Wegeausbau steht auf der Wunschliste

Bevor es während der kommenden Sitzungen um den Haushalt geht, sprachen die Räte erste Wünsche für 2011 aus. So machte Andert darauf aufmerksam, dass in diesem Jahr vier Jubiläen in Klein Schwechten anstehen. Die Feuerwehr feiert ihr 90-jähriges Bestehen, der Fußballverein Heide Klein Schwechten wird 40 Jahre alt, der Reit- und Fahrverein 30 Jahre, und ihr Jubiläum zum Zehnjährigen feiern die Powerfrauen. Am 25. Juni wird es daher ein großes Fest in Klein Schwechten geben.

100 000 Euro liegen für den Ausbau des landwirtschaftlichen Weges zwischen Klein Schwechten und Petersmark bereit. Fördergelder sind zugesagt. Sie fließen allerdings nur, wenn sich Goldbeck (ein Drittel des Weges befindet sich auf Goldbecker Gemarkung) am Ausbau beteiligt.

Keine Kosten kommen auf Rochau im Bezug auf die Verfassungsklage Klein Schwechtens zu. "Das ist alles schon bezahlt", erklärte Andert. Die Klage gegen die Gemeindegebietsreform läuft noch.