Die Vollsperrung am Verkehrsknoten bei Bindfelde führt gerade zu Stoßzeiten zu Stillstand auf den Straßen. Die Volksstimme testet, ob man mit dem Rad schneller vorankommt als mit dem Auto.

Stendal l Seit dem 1. April brauchen Autofahrer, die nach oder durch Stendal wollen, starke Nerven. Sowohl aus Richtung Magdeburg kommend als auch von Norden her, bildeten sich täglich lange Staus. Wir machen das Experiment: Fahrrad gegen Auto - wer hat die nötigen Grünphasen auf seiner Seite und schafft es flinker durch die Hansestadt? Die Volksstimme-Volontäre Hendrik und Christian gehen es an, der eine auf dem Rad, der andere im Auto. Sie starten am Ortseingang in der Arneburger Straße. Ihre Strecke führt sie knapp fünf Kilometer entlang der Parkstraße am Tangermünder Tor vorbei über Magdeburger und Lüderitzer Straße zum Ortsausgangsschild im Süden.

"Als Radfahrer bin ich flexibel und habe keine Lkw vor mir", sagt Hendrik. Er glaubt, dass er Christian davonfährt, während dieser im Tross der Blechlawine dahinschleicht.

"Gegen 75 PS kommt auch der sportliche Hendrik nicht an, am Ende geht ihm die Puste aus", meint Christian. Mit dem Auto wähnt er sich schneller.

Beide starten um 15 Uhr - erstes Hindernis: die Kreuzung am Schützenplatz. Die Ampel schaltet auf rot, Christian reiht sich in die Schlange ein. Während er hier stehen muss, radelt Hendrik in aller Ruhe an ihm vorbei. Dann wartet Hendrik auf Grünlicht an den Fußgängerampel über die Bergstraße und die Bismarckstraße. Christian lässt seinen radelnden Kollegen nun hinter sich, erst weniger Meter vor dem Tangermünder Tor stockt der Verkehr. Von dort bis zum Nachtigalplatz geht es schleppend voran - die Gelegenheit für Hendrik, seinen Kollegen einzuholen. Doch bislang keine Spur vom Radfahrer. Problemlos geht es für Christian auch über die Magdeburger bis hin zur Lüderitzer Straße weiter. Er erreicht das Ortsausgangsschild um 15.14 Uhr - Hendrik trudelt drei Minuten später ein.

Wir suchen Erklärungen für das überraschende Ergebnis. "Die verkehrstechnische Situation hat sich im Vergleich zur Vorwoche nicht geändert", versichert Steffen Tank, Sachgebietsleiter für Straßenverkehr im Landkreis. Die Entlastung habe eher pragmatische Gründe. "Verkehrsteilnehmer suchen sich alternative Strecken, wenn sie drei Tage hintereinander im Stau standen", so Tank. Ohnehin sei ein Montag nicht repräsentativ für das Verkehrsaufkommen.

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