Werben (apu) l Die wissenschaftliche Fachtagung unter dem Titel "Markgraf Albrecht der Bär - ein Herrschaftsbild im Wandel der Zeit", die am Sonnabend, 26. April, im Hotel "Deutsches Haus" in Werben stattfindet, wirft ihre Schatten voraus. Die Hauptinitiatoren vom Arbeitskreis "Albrecht der Bär" und dem Altmärkischen Heimatbund richteten bei einem Pressegespräch noch einmal den Fokus auf die fast ausverkaufte Veranstaltung.

Wie Norbert Lazay, Vorsitzender des Altmärkischen Heimatbundes, ausführte, sei es das Ziel der wissenschaftlichen Tagung, geschichtsinteressierte Menschen mit dem aktuellsten Wissen rund um Albrecht den Bären zu versorgen - und so vielleicht auch dazu beizutragen, eine neue, andere Sicht auf ihn zu vermitteln.

Dass es ein großes Interesse gebe, sich mit dem Markgrafen und seinem Wirken zu befassen, zeige die enorme Nachfrage. Der Tagungsraum fasse 150 Personen. Nun gebe es nur noch wenige freie Plätze. Unter den Gästen befänden sich eine Reihe bekannter Persönlichkeiten. Das große, auch überregionale Interesse, so Lazay, resultiere sicher maßgeblich aus dem Programm. "Es ist eine Tagung mit Referenten, die ein hohes wissenschaftliches Niveau haben", ist der Heimatbund-Chef überzeugt. Außerdem sei das Thema in der Altmark schon lange nicht mehr in diesem Umfang bearbeitet worden.

Die Begrüßungsrede wird um 10 Uhr Konrad Breitenborn, Präsident des Landesheimatbundes Sachsen-Anhalt, halten. Lazay: "Der Professor wird dabei auch zum Sinn und Unsinn von Denkmalen etwas sagen." Erster wissenschaftlicher Referent ist Lutz Partenheimer aus Potsdam, Autor des aktuellsten Buches über Albrecht. Er spricht zum Thema "Albrecht der Bär, Vater der Mark Brandenburg und Großvater Anhalts". Der Berliner Jörg Kuhn geht danach auf Albrecht und die Berliner Siegessäule ein.

Historische Befunde der Johanniter-Komturei Werben

Relevante Akten aus dem Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt stellt Uwe Lenz aus Meßdorf vor. Dr. Joachim Stephan von der Uni Poznan spricht zum Thema "Die Altmark zur Zeit Albrechts".

Nachmittags erläutert Karl-Heinz Meyer die Geschichte des Albrechtsdenkmals in Ballenstedt. Danach stellen die Studenten Sanda Sehic und Moritz Reinäcker historische Baubefunde der Johanniterkomturei Werben vor. Warum das Gymnasium Osterburg und das Stendaler Justizzentrum den Beinamen Albrechts tragen, erläutern anschließend Hans-Jochachim Müller (ehemaliger Schulleiter) und Kay Timm (Direktor des Amtsgerichts Stendal).

Das Ansinnen des Arbeitskreises Albrecht der Bär, in Werben wieder ein Albrecht-Denkmal zu errichten, hält Lazay ebenfalls für unterstützenswert. "Ein drittes Denkmal für die Herrscherperson in der Altmark ist denkbar. Ob und wenn ja, an welchem Ort, darüber sollten die Werbener selbst befinden. Wir wollen mit der Tagung einen Anstoß geben."

Schnelle: "Denkmal sollte eine exponierte Lage haben"

Michael Schnelle vom Arbeitskreis lässt keinen Zweifel daran, dass er sich für das Denkmal starkmacht. "Es sollte eine exponierte Lage haben." Ernst-Jürgen Menke, ebenfalls Mitglied des Arbeitskreises, ergänzt: "Ein Anlass, die Tagung in diesem Jahr durchzuführen, ist für uns auch der 880. Jahrestag der Belehnung Albrecht des Bären mit der Altmark."

Im Anschluss an die Tagung findet eine Stadtführung durch Werben statt, die vom Johanniter-Komtureiverein geleitet wird. Dabei werden die beiden erwähnten Studenten vor Ort archäologische Befunde auf dem Komtureigelände erläutern.

Anmeldungen für die letzten freien Tagungsplätze nimmt Michael Schnelle in Werben (039393/929 80) entgegen.