Seehausen (apu). Auf Einladung des CDU-Landtagsabgeordneten des Wahlkreises Havelberg-Osterburg, Nico Schulz, besuchte am Freitag die amerikanische Generalkonsulin, Katherine Brucker, die Graepel-STUV GmbH Seehausen.

Empfangen wurde der außergewöhnliche Gast von dem Geschäftsführer der Graepel-STUV, Dr. Carl-Ulrich Bauer, und Seehausens Bürgermeister Ewald Duffe. In einem ausführlichen Powerpointvortrag stellte Bauer den Seehäuser Metallverarbeitungsbetrieb und seine Produktpalette vor. Die Diplomatin zeigte sich beeindruckt von der positiven Entwicklung des Betriebes, der gegenwärtig 260 Mitarbeiter beschäftigt und über seinen eigenen Bedarf hinaus Lehrlinge ausbildet.

Bauer berichtete unter anderem, dass die Graepel-STUV mit Trittrosten beispielsweise Hersteller von Winkraftanlagen und Eisenbahnwaggons beliefere. Beides seien wachsende Märkte. Außerdem gingen wichtige Bauteile für Bootsanleger zum Beispiel nach Norwegen.

Katherine Brucker ist Generalkonsulin in Leipzig und damit zuständig für politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Kontakte in den drei Bundesländern Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Erstaunt zeigte sie sich, dass ein Betrieb in einer solch ländlich geprägten Region so international ausgerichtet ist.

Duffe und Bauer unterstrichen die seit vielen Jahren andauernde, gute Zusammenarbeit zwischen dem Unternehmen und der Stadt Seehausen. "Die Graepel-STUV ist in der Stadt und Region Seehausen der größte Arbeitgeber des produzierenden Gewerbes und damit von enormer Bedeutung für die Kommune. Die Stadt setzt alles daran, dem Betrieb möglichst gute Rahmenbedingungen zu bieten." So seien bereits in der Vergangenheit Waldflächen für eine Erweiterung zur Verfügung gestellt worden. Für eine langfristig geplante Ausdehnung des Betriebes in südlicher Richtung sei Gleiches vorgesehen. Die notwendigen Beschlüsse habe der Stadtrat bereits gefasst. Bauer bestätigte, dass es eine entsprechende verbindliche Vereinbarung mit der Stadt gebe. Duffe erwähnte ferner die Umbennennung des Seehäuser Industriegebiets in "Graepel-STUV", was eine Ausschilderung des Betriebs an der B189 ermöglicht habe.

Duffe und Bauer hoben gleichermaßen die Bedeutung der aus ihrer Sicht notwendigen A14-Nordverlängerung hervor. Duffe: "Wir brauchen die Autobahn. Die Menschen können so besser außerhalb arbeiten." Bauer: "Und als Unternehmen bekommen wir leichter Arbeitskräfte aus größerer Entfernung."

Katherine Brucker verwies auf die große Handelsabteilung des amerikanischen Konsulats in Berlin als wichtiger Ansprechpartner für Firmen, die in den USA investieren wollten. "Wir sind in Europa auf einem guten Weg. Für die Zukunft ist ein verstärktes Engagement in den USA ebenfalls von großer Bedeutung", meinte Bauer.

Den Landtagsabgeordneten Nico Schulz wies die Generalkonsulin auf ein mögliches wirtschaftspolitisches Defizit in Sachsen-Anhalt hin. In fast allen Bundesländern gebe es regelmäßige Treffen von Politikern sowie Behörden und Wirtschaftsvertretern. Diese Treffen dienten dem Knüpfen neuer und der Förderung bestehender Wirtschaftskontakte. "Obwohl sich etwa 80 amerikanische Firmen in Sachsen-Anhat engagieren, gibt es in dem Bundesland ein solches Treffen nicht." Nico Schulz sagte zu, darauf den Wirtschaftsminister Rainer Haseloff bei der nächsten Gelegenheit anzusprechen, ihm dahingehend "auf die Füße zu treten".