Erste Hilfe nützt nur, wenn sie auch beherrscht wird. Das gilt auch für Infarktpatienten, die am Dienstag in Seehausen den Ernstfall trainierten.

Seehausen l Vor 33 Jahren wurde in Osterburg die Präventiv- und Herzsportgruppe gegründet. Sie steht seit ein paar Jahren unter der Leitung des Allgemeinmediziners Volkmar Schröter. 1986 kam in Seehausen eine Untergruppe mit rund 20 Mitglieder dazu, die dienstags unter der Aufsicht von Dr.Manfred Kessel in der Turnhalle der Grundschule trainieren.

Für den sportlichen Teil zeichnet der ehemalige Sportlehrer Manfred Hatscher verantwortlich, der sich das spezielle Wissen in Weiterbildungen aneignet. Am Dienstag trafen sich die Frauen und Männer der Herzsportgruppe im Gymnastikraum über der Turnhalle zu einem Reanimationstraining. Dr. Walter Fiedler und Danny Thöns, examinierter Krankenpfleger am Diakoniekrankenhaus in Seehausen, machten die Anwesenden, unter ihnen auch der Osterburger Vereinsvorsitzende und der betreuende Arzt Dr. Manfred Kessel, mit den neuesten Erkenntnissen der Wiederbelebung für Laien vertraut.

Nach fünf Minuten lauert der Hirntod

Zur Erinnerung betonte Dr. Fiedler, dass der Mensch rund 50 Tage ohne Essen und 5 Tage ohne Trinken auskommen kann. 5 Minuten ohne Sauerstoffzufuhr reichen allerdings für den Hirntod.

Daraus ergibt sich die Wichtigkeit, als Ersthelfer sofort nach der Atemprüfung und dem Wählen der Notrufnummer 112 mit der Herzdruckmassage zu beginnen. Denn, wenn jemand plötzlich umfällt, so Dr. Fiedler, dann hat sein Blut noch genügend Sauerstoff. Dieses Zusammendrücken des Brustkorbes sollte rund 100- Mal pro Minute mit voller Kraftanstrengung beim Erwachsenen erfolgen. Nach 30-maligem Drücken soll dann eine zweimalige Atemspende erfolgen.

Diese Ausführungen wurden dann noch durch Hinweise zum Notruf ergänzt, wobei auf die fünf W-Fragen eingegangen wurde: Wo ist es passiert? Was ist passiert? Wie viele verletzte Personen? Welche Verletzungen haben diese Personen? Warten auf Rückfragen, also nicht sofort auflegen!

Aus eigener Erfahrung als Notarzt appellierte Dr. Fiedler daran, Hausnummer gut sichtbar anzubringen. Wenn möglich, sollten die Ziffern nachts beleuchtet sein, damit im Ernstfall der Rettungsdienst nicht so lange suchen muss.

Patienten üben an Dummies

Kleine Filmsequenzen bereicherten die Schulung, bis nach einer Stunde jeder das Gehörte in der praktischen Übung an Dummies ausprobieren und trainieren konnte. Die anwesenden Mediziner und Schulungskräfte gaben dabei wichtige Hinweise. Anschließend führte Dr. Fiedler noch aus, dass der plötzliche, unerwartete Tod die Indikation für eine Wiederbelebung ist. Anschließend absolvierten die Betreuerinnen der Kindersportgruppe der SG Seehausen dieses Reanimationstraining des Diakoniekrankenhauses.

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