Der 23. Osterburger Ostermarkt im Kreismuseum hat die Erwartungen des Leiters Frank Hoche und seiner Mitarbeiter, was Händler und Besucher betraf, voll erfüllt.

Osterburg l Nachdem sich auch im Laufe des Tages die wärmende Frühlingssonne gezeigt hatte und das Leben und Treiben auf dem Museumshof bunter geworden war, woran auch das Programm unter Mitwirkung des evangelischen Kindergartens, der Osterburger Blasmusikanten, der Tanzbienchen der OCG und des Gemischten Chores Osterburg ihren gebührenden Anteil hatten, hatte der Markt Volksfestcharakter angenommen.

Und was meinen die Besucher? Stammgast Karin Falke, zum Beispiel, findet "den Ostermarkt prima. Es könnten auf dem Hof ein paar Sitzgelegenheiten mehr sein." Helga Wilkerling aus Rönnebeck begeitete ihre Enkelin Maja: "Ich bin zum ersten Mal auf dem Osterburger Ostermarkt, und das ganze Treiben hier, die Vielfalt der Angebote hat mir sehr gut gefallen." So beurteilt auch Herta Rückborn das österliche Geschehen im Museum: "Eine schöne Sache, kann man nicht anders sagen." Ähnliche positive Einschätzungen hörte man auch von anderen Besuchern.

Von der Brutzelbude, in der Mitglieder des Fördervereins "Kleine Engel" der evangelischen Kindertageseinrichtung fleißig beim Wenden von Steaks, Würstchen und Buletten waren, machte sich verlockender Duft breit; das Mittagessen war gesichert, dazu gab es bei Michael Schulz Hasenbier, Holunderblüten-Met, Osterwasser und andere Getränke. Für Kaffee und Kuchen hatten Schüler einer 9. und einer 11. Klasse des Markgraf-Albrecht-Gymnasiums gesorgt.

Die Kinder konnten sich derweil mit Basteln bei den "Kleinen Engeln", mit dem Bemalen von Osterhasen in der sogenannten Dry-Brush-Technik beim Prignitzer Kunstmacher oder unter Anleitung von Museumsmitarbeiter Detlef Preetz an der Seildrehmaschine beschäftigen. Geschickte kleine Hände flochten mit Hilfestellung von Ergotherapeut Harald Hoche, den sein Bruder Frank für diesen Tag aus Apolda geholt hatte, kleine Körbchen. "Korbflechten schult die Motorik der Hände und gehört zur Ergotherapie; es ist besonders für Kinder geeignet", sagte Harald Hoche.

Im Hausinneren mit seinen vielen Räumen, die für den Markttag den musealen Charakter verloren hatten, waren der Großteil der rund 30 Händler angesiedelt. Der untere Ausstellungsraum, in dem unter anderem Irene Mertens, assistiert von ihrer Schwester Erika Tausch Grafiken und Keramik anbot, Astrid Reichhardt Arbeiten aus ihrer Drachentöpferei feil hielt und die "Flinken Nadeln" aus Birkholz mit alten Handarbeitstechniken präsent waren, duftete es nach den Badebomben, Badetorten und Seifen von Aprikose bis Zimt, die Diana Sippert vom Kardenhof in Arneburg mitgebracht hatte. Ein paar Ecken weiter traf man auf Erika Bukowski mit ihren Marmeladen, Gelees - von Mahonie und Aronia besonders zu empfehlen -, gehäkelten Blumentöpfchen, Bildern in 3-D-Technik und anderen Handarbeiten. Besondere Aufmerksamkeit aber erregte eine circa 50 Zentimeter hohe Pyramide aus Eiern, die unverkäuflich war. Hans Brehmer und Schwiegertochter Dagmar flochten Stuhlsitze. "Es ist mein Hobby", sagte der Osterburger Fahrlehrer. "Ich hatte damit nach der Wende, als es das Material gab, angefangen und probiert, bis es klappte." Mitten im Grünen ihrer Kräuter und vieler anderer Pflanzen zeigte sich Gabriele Kresse aus Seehausen. Zu den Stammhändlern gehörte auch die Havelbergerin Annemarie Püschel, nach dem Motto: Kein Markt ohne Püschels Marmeladen! Im Obergeschoss hatte der Magdeburger Künstler Gerhard Bunzenthal größere und kleinere Kinder um sich. "Sie haben Spaß beim Stempeln, Drucken und Ausmalen von Linolschnitten", sagte er. Der Förderverein Buchholzorgel hatte Bücher zum Stöbern und Kaufen sowie mehrere Artefakte der in der Reparatur befindlichen Orgel dabei, die man ebenfalls käuflich erwerben konnte - der Orgel zugute natürlich.

Edelsteine können Heilprozesse fördern

Brigitte Lobenstein aus Deutsch hatte mit ihren Bildern eine kleine Gemäldegalerie eingerichtet. Ulrike Jürgens aus Lüchow bot Leinentischdecken, -schmuckbänder und -wäsche wie aus früheren Zeiten an. Mit Patchwork war Annegret Schulze, ebenfalls aus Lüchow, vertreten. Besonders Schmuckstück war eine 1,80 mal 1,30 Meter große Decke im Stil des amerikanischen Patchwork-Hexagon. "An der habe ich drei Jahre genäht", verriet die Lüchowerin.

Vor dem Museum in ihrem Verkaufswagen ebenfalls eine alte Bekannte: Veronika Krätzig aus Karstädt. Die Prig-nitzerin hatte neben einem vielseitigen Glassortiment, Salzen und Ölen Edelsteine und Edelsteinschmuck mit dabei. Hervor stachen eine großer Bergkristall-Diode und ein Amethyst mit Drusen. Nun gibt es ja Leute, die Edelsteinen und Kristallen gesundheitsfördernde Wirkung zuschreiben. Ob sie auch daran glaube, wollten wir wissen. "Edelstein gibt an den menschlichen Körper Schwingungen und Resonanzen ab, die Heilprozesse fördern können. Das ist durch Forschungen bewiesen. Der Glaube war früher, jetzt ist es Wissenschaft."

   

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