Storbeck. Zum ersten Scheunenflohmarkt 2011 öffnete Fred Krüger am Sonnabend seinen Trödeltempel in Storbeck, und es war bereits am frühen Vormittag ein Kommen und Gehen, Stöbern, Feilschen sowie Kaufen angesagt – meist zur beiderseitigen Zufriedenheit. Wen das Trödelfieber gepackt hatte, der fand dort die richtige Medizin. Die Regale waren gefüllt, und Gelegenheitskäufer kamen ebenso auf ihre Kosten wie Stammkunden. Der Terminplan für das laufende Jahr werde in den nächsten Tagen fertig, sagte Krüger gegenüber der Volksstimme. "Auf alle Fälle werde es einschließlich der Wiesenflohmärkte 19 bis 20 Termine geben, davon ab April sechs Sonntage und einen Sonnabend, den letzten im Oktober, auf der Wiese. Und: Den August werden wir diesmal nicht auslassen."

Was die Scheune betreffe, so werde er sie noch erweitern, vor allem mit einem Angebot antiker Möbel. "Einige sind schon da. Außerdem stehe ich mit einem Nachbarn in Kaufverhandlungen; ich möchte dessen Scheune erwerben. Beträgt meine Ausstellungsfläche jetzt 380 Quadratmeter, könnten noch circa 440 Quadratmeter hinzukommen. Des Weiteren plane ich, im Sommer unter einem Schleppdach alte Landtechnik zum Verkauf auszustellen – von Traktoren über Schrotmühlen, Erntemaschinen bis zu Pflügen, Eggen, Sämaschinen und dergleichen. Die Nachfrage ist da."

Das Publikum, das die Krüger’schen Flohmärkte jährlich ansteuert, ist bunt gemischt. "Es kommen sehr viele Sammler, die gezielt nach etwas suchen, zum Beispiel Postkarten mit historischen Ansichten, Briefmarken, Münzen, Orden, alte Schallplatten, Ölbilder, Geschirr, Figuren aus Überraschungseiern, Fachbücher und anderes", berichtete der Storbecker Trödel-King. Klaus Wegner aus Perleberg sah sich beispielsweise nach alten Fotoapparaten um. Ein Bismarker war auf der Suche nach Reservistenpfeifen. Manfred Ritter hatte sein Töchterchen Michelle mitgebracht, die eifrig in einer Spielzeugkiste kramte. "Ich war schon öfter hier", sagte der Osterburger. "Ich suche zwar nichts Bestimmtes, aber manchmal stößt man doch auf etwas Interessantes, zum Beispiel auf Werkzeug."

Aus Calberwisch waren Kathrin Borchers und Jörg Schulzek in Krügers Scheune gekommen. Sie waren im Dezember aus Göttingen in die Altmark gezogen und sind "von der reizvollen Landschaft hier recht angetan". Sie seien nun mal eben auf der Durchfahrt nach Gardelegen durch Hinweisschilder auf den Scheunenflohmarkt aufmerksam geworden und hätten die Gelegenheit beim Schopfe gepackt, mal ordentlich zu stöbern. Dabei war ihnen als erstes ein aus Holz geschnitzter Adler in die Hände geraten.

"80 Prozent sind Stammkunden, die immer wieder nachfragen", erklärte Krüger, "den weitesten Weg von denen hat ein Kunde aus Kiel. Er war mal im Sommer auf der Durchreise auf uns aufmerksam geworden." Dass einige Händler bei Krüger Sachen aufkaufen und sie dann weiter veräußern, sei natürlich nicht auszuschließen. Der Storbecker öffnet seine Scheune am 5. Februar zum nächsten Flohmarkt.

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