Das Thema Biesebrücke auf dem Ortsverbindungsweg zwischen Zedau und Krumke brennt vielen Anwohnern unter den Nägeln. Rund ein dutzend Zaungäste verfolgte am Montagabend die Sitzung des Osterburger Ortschaftsrates im Zedauer Dorfgemeinschaftshaus. Das heißt, beim Verfolgen beließen sie es nicht. Sie meldeten sich auch zu Wort.

Osterburg/Zedau. Weil Ortsbürgermeister Klaus-Peter Gose offenbar mit der großen Resonanz gerechnet hatte, saßen in der Runde neben Bauamtsleiterin Antje Spillner auch der Planer des Brücken-und Straßenbauprojektes, Frank Ende, und der zuständige Baustellen-Chef von OST-Bau, Stefan Engelmann.

Die gute Nachricht: Die Brücke genießt bei Politik und Verwaltung nach wie vor einen hohen Stellenwert. Die schlechte Nachricht: Auch die geballte Fachkompetenz, die sich in dem Osterburger Ortsteil am Montag ein Stelldichein gab, kann am derzeitigen Wasserstand der Biese nichts ändern und damit das Vorhaben forcieren oder gar eine Garantie darüber abgeben, wann das neue Bauwerk endlich seiner Bestimmung übergeben wird.

Die Einwohner der beiden Ortsteile sind deshalb so verärgert, weil die alten Brücke seit mittlerweile gut fünf Monaten abgerissen ist und ein Ersatz noch in weiter Ferne scheint. Während beispielsweise Jens Becker (Zedau) die seiner Meinung nach unzulängliche Hochwasserplanung der Verantwortlichen bemängelte, erinnerte Conrad Westphal (Krumke) daran, dass er nach dem ersten Hochwasser im Spätsommer, das die Brückenbauarbeiten nach der Gründung der Pfostenfundamente (wir berichteten) zum Erliegen brachte, die Biese fast vier Wochen lang mit Gummistiefeln in Höhe der Brückenbaustelle durchwaten konnte. Außerdem machte er noch einmal geltend, dass eine Brückenreparatur gereicht hätte, wenn die Überfahrt für schwere Lkw gesperrt worden wäre.

Letzterem widersprach Antje Spillner, die dazu betonte, dass das Amt für Landwirtschaft, Forsten und Flurneuordnung (ALFF) das Projekt ja insbesondere wegen des Verkehrs mit schweren Maschinen der Landwirte bezuschusse und auch deshalb die Tragfähigkeit der Biesequerung mit dem Neubau von früher 9 auf 30 Tonnen angehoben werde.

Bauleiter Stefan Engelmann mühte sich, den Gästen klarzumachen, dass sein Unternehmen etwas langfristiger planen müsse und nicht Knall auf Fall auf jede Pegeländerung an der Biese reagieren und den Fuhrpark mit einem Fingerschnippsen in Richtung Krumke bewegen könne, zumal die amtliche Hochwasserprognose das zwischenzeitliche Niedrigwasser Ende 2010 nicht vorhergesagt habe. Gleichwohl zeigte auch er sich mit dem momentanen Zustand unzufrieden, zumal eine ähnlich lange Niedrigwasserperiode fast reichen würde, um mit der sogenannten Pfahlkopfplatte über den Fluss soweit voranzukommen, dass nur noch ein extrem hoher Biesewasserpegel die Bauarbeiten behindern könnte.

Die Kritik, vielleicht nicht ausreichend mit Hochwasser-eventualitäten geplant zu haben, wies Architekt Frank Ende mit einem Verweis auf das Projekt von sich. In den Papieren sei sogar ein Sichern der Baustelle mit Spuntwänden vorgesehen gewesen. Nur hätten die das Vorhaben zum einen wenigstens um rund 60000 Euro netto verteuert, was allen Beteiligten unverhältnismäßig hoch erschien. Zum anderen wären die Spuntwände bei dem zwischenzeitlichen Hochwasser auch überschwemmt worden. Und, so Antje Spillner: "Das ALFF hätte diese zusätzliche Ausgabe nicht bezuschusst."

Und wie soll es weitergehen? Optimistisch mit Hochwasser- und Winterfolgen geplant, würde die Pfahlkopfplatte im März oder April gesetzt, womit auch das Osterburger Wehr zur Biesebadesaison geschlossen werden könnte. Bei einer Restbauzeit von geschätzt fünf Monaten wäre Brücke samt Ortsverbindungsweg dann im August befahrbar. Vorab die Straßenanbindung zu bauen, bringt laut Engelmann keinen Zeitvorteil, weil der Weg das kleinere Übel sei und so die Maschinerie für die Schwarzdecke dann auch zweimal anrücken müsste.

Einen weniger optimistischen Plan B wollte am Montag keiner der Beteiligten in Gedanken durchspielen.