Dass die Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck im vergangenen Jahr weiter Einwohner verliert, war sicher keine Überraschung. Die Höhe der Verluste schon. Das durch die Gemeindegebietsreform neu strukturierte Gebilde ist unter die Grenze von 10000 Einwohnern gerutscht.

Arneburg-Goldbeck. "Der Verlust tut weh", sagte gestern Verbandsgemeindebürgermeister Eike Trumpf, der für die Abwanderungswelle auch keine schlüssige Erklärung parat hat. "Über 100 Bürger büßten die Orte auch in Zeiten der Verwaltungsgemeinschaft zusammen pro Jahr ein. Aber fast 250 – das ist bitter", so Trumpf.

Nahezu alle Orte beziehungsweise Ex-Gemeinden ließen in den vergangenen zwölf Monaten Federn. Die großen traf es ebenso wie die kleinen Dörfer. Zu den Orten mit den gravierendsten Verlusten in der Verbandsgemeinde zählt Schwarzholz, das innerhalb eines Jahres 18 Einwohner einbüßte. Schwarzholz sei laut Trumpf aber auch der Beleg dafür, dass eben nicht nur jüngere Leute die Region verlassen, um einen Beruf zu lernen oder um Geld zu verdienen, sondern dass ganze Familien auswandern.

Das negative Verhältnis von 52 Geburten im vergangenen Jahr (2009 waren es 74) bei 100 Sterbefällen tut sein Übriges für die miserable Statistik.

Für die Verbandsgemeinde Arneburg-Krusemark hätte die Gemeindegebietsreform aus heutiger Sicht nicht viel später kommen dürfen. Denn erklärtes Ziel des Gesetzgebers war, Gebilde unter 10000 Einwohner höchstens mit Sondergenehmigung zuzulassen. Die Abwanderung werden die Kommunen bald auch zwischen Daumen und Zeigefinger sehr schmerzlich zu spüren bekommen. Denn Bemessungsgrundlage für die allgemeinen Zuweisungen sind nach derzeitiger Praxis die Einwohnerzahlen von vor zwei Jahren.

Mit den Gemeindeoberhäuptern will Trumpf demnächst das Gespräch über mögliche Gegenstrategien suchen. Aber die Möglichkeiten sind begrenzt. Die Kita- und Schuldichte im Gebiet sucht schon jetzt ihresgleichen. Und Begrüßungsgeld verbietet die kommunale Rechtsaufsicht.