Nach einer gefühlten Ewigkeit erfüllte die Kirche zu Orpensdorf gestern endlich wieder Hochzeitsglanz. Eileen Lehmann und Thorsten Schneider gaben sich dort das Ja-Wort.

Orpensdorf l Ein Volksstimme-Artikel, in dem Pfarrer Norbert Lazay seine Idee vorstellte, das schöne Gotteshaus zu einer Hochzeitskirche zu entwickeln, brachte die beiden Niedersachsen auf die Altmark.

Zugegeben, Eileen Lehmann ist in Stendal aufgewachsen, ihr Opa war in Osterburg zu Hause, und vor einiger Zeit zogen ihre Eltern in die Biesestadt. Nicht weit davon entfernt liegt Orpensdorf. Die ländliche Gegend hat es ihr angetan. Mit Thorsten Schneider ist sie seit fast drei Jahren zusammen und inzwischen in das Dörfchen Rehren bei Hannover umgesiedelt. Mitsamt den beiden Söhnen Tim und Jan. Während Eileen Lehmann in einer Versicherung arbeitet, ist ihr Mann Lokführer.

Erntefest bringt Paar zusammen

Bei einem Erntefest funkte es. Und eine Freundin half beim Kennenlernen. Von dem Zeitungsartikel auf den Geschmack gebracht, riefen die Zwei bei Pfarrer Norbert Lazay an und organisierten das Vorgespräch. Zu ihrem Bedauern konnte der Pfarrer wegen Krankheit den ausgemachten Termin nicht selbst wahrnehmen. "Nicht nur für Sie ist es das erste Mal", begann der Superintendent des Kirchenkreises Stendal, Michael Kleemann, "es ist auch meine erste Trauung in dieser Kirche." Bei 246 Gotteshäusern könne er schließlich nicht alle kennen. Mit Winnie Holz aus Schernikau hatte er einen zuverlässigen Organisten an der Seite, der musikalisch durch die Trauung geleitete. Staatlich vermählt ist das Paar seit dem 14. April 2014.

"Gönnen Sie sich öfter mal eine Auszeit?" begann Kleemann seine Ansprache zum Trauspruch. Es müsse ja nicht immer die Karibik sein. Eine altmärkische Wiese reiche manchmal. Beim Blick in den Himmel seien immer wieder Zugvögel zu beobachten, vorneweg der Schwerstarbeiter, dann die anderen im Windschatten. Dieses Bild steht auch für den Trauspruch: "Lasst uns aufeinander acht haben und zur Liebe und zu guten Werken anspornen." (Hebräer 10, 24)

Verhältnis zu Gott wie zur Versicherung

Dass der andere im Lebenstempo mitkommt, hat das Brautpaar in fast drei Jahren Beziehung geprüft. Aufwind für die Liebe soll es immer geben. Allerdings hätten manche ein Verhältnis zu Gott wie zum Versicherungsvertreter. Nur im Schadensfall rufen sie ihn an. Das sollte anders sein.

"Sie haben sich verabredet, gemeinsam unterwegs zu sein, koordinieren ihre beruflichen Ziele und versuchen, für vier Individuen, damit meine ich auch die Söhne, einen Takt zu finden", fuhr Kleemann fort. Gut, wenn man warten kann, wenn der andere mal nicht so mitkommt", gab der Superintendent mit auf den Weg.

Nach dem Segen machte sich die Hochzeitsgemeinde auf den Weg zur Feier in der Osterburger Sachsenfalle.