Kommunen und Behörden haben wieder den Luftkampf gegen den Eichenprozessionsspinner aufgenommen.

Pollitz l Insbesondere für den Gesundheitsschutz wurden am Mittwochnachmittag die ersten Maßnahmen zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners aus der Luft in der Verbandsgemeinde Seehausen gestartet. Der Zeitpunkt war so gewählt, weil dann die Raupen nach der zweiten Häutung im dritten Larvenstadium ihre Brennhaare ausbilden, die für die allergischen Reaktionen bekannt sind.

In altbewährter Weise wurde der Stützpunkt für den Hubschrauber in Pollitz auf dem Sportplatz eingerichtet. Das Team um den Piloten Andi Kempf und seine beiden Flughelfer Falko Hess und Sven Pache kennt sich in dem Gebiet der Verbandsgemeinde bereits recht gut aus. Denn sie haben von dort aus mehrfach die vorbeugende Bekämpfung vorgenommen.

Horst Sandmann unterbricht Ruhestand

Horst Sandmann, der viele Jahre vor Ort den Einsatz koordinierte, wurde von der Verwaltung gebeten, auch diesen Einsatz mit seinen Erfahrungen zu begleiten. Ihm zur Seite standen vom Ordnungsamt Björn Schünemann und von der unteren Forstbehörde Nicole Köhler. Die untere Naturschutzbehörde war durch Gerd Flechner vertreten.

Während die Gemarkungen Losse, Heiligenfelde, Schönberg, Seehausen, Beuster und Losenrade schon am Mittwochvormittag beflogen wurden, richtete sich der Einsatz am Mittwochnachmittag um das "Ballungsgebiet" von Pollitz. Der Eichenbestand von rund 70 Hektar wurde bei sieben Starts besprüht. Dabei kamen hocheffektive Wachstumsregulatoren (Dimillin) zum Einsatz. Dieses Mittel wird von den Raupen beim Fressen aufgenommen.

Die Folge ist eine Hemmung der Chitinsynthese. Dadurch wird die Haut der Larven nicht neu gebildet, was zum Absterben der Eichenprozessionsspinner führt.

Das Präparat liegt als Granulat vor und wird vor Ort in Wasser aufgelöst. In den pro Flug versprühten 650 Liter Spritzbrühe befinden sich 650 Gramm des Spritzmittels.

Pollitzer Feuerwehr sorgt für Wasser

Das erforderliche Wasser stellten auch in diesem Jahr die Feuerwehrkameradinnen Diana Pusch (hatte an diesem Tag Urlaub) und Christina Rausch mit dem stellvertretenden Verbandsgemeindewehrleiter Norman Schulze aus einem Flachspiegelbohrbrunnen zur Verfügung.

Die noch rund 1600 einzeln stehenden Eichenbäume werden demnächst von der Erde aus behandelt. Horst Sandmann und seine Mitstreiter äußerten sich lobend über die gute Zusammenarbeit mit der Helicopterfirma und auch mit dem Landkreis Stendal.

 

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