Wohlenberg l André Grothe aus Gladigau kann auf das Buschfest in Wohlenberg einfach nicht verzichten. Wie seine Frau Britta fährt er seit 26 Jahren in das Altmarkdorf, wenn dort Party angesagt ist. Vor zwei Jahren feierte er dort während des Auftritts von Rosa sogar seinen Junggesellenabschied.

"Ich bin hier wegen der tollen Musik und um Bekannte zu treffen, die man das ganze Jahr nicht sieht." Für Kathrin Bentke aus Osterburg ist das anders: "Wenn ich zum Buschfest komme, also seit über 20 Jahren, treffe ich alle Leute, die mich als Kathrin aus dem Blumenladen kennen. Und das ist schön."

Band hat in Wohlenberg eine zweite Heimat

"Es ist wie nach Hause kommen", schwärmte der Bassgitarrist der Band namens Hubaz schon nach dem ersten Set. Genau dasselbe erzählte auch Frontmann Claus Henneberger: "Wir sind nicht mehr die jüngsten Musikanten, aber wir werden hier herzlichst aufgenommen und haben hier unsere zweite Heimat gefunden. Wenn wir nach Wohlenberg kommen, fahren wir praktisch von Zuhause nach Zuhause."

Ja klar, diesmal sei es "eiskalt", aber wie immer "geile Stimmung", so Henneberger weiter. Den Seitenvorhang neben der Bühne haben sie weggelassen, sie wollen publikumsnah sein. Schon stürmt eine Clique 20-Jähriger zur Band. Sie wollen Geburtstagsgrüße für Luise bestellen. Phil Gäbel aus Büste gehört zu ihnen.

Seit vier Jahren macht er in Wohlenberg beim Buschfest mit. "Unsere Eltern haben erzählt, dass es hier früher schon so toll war und meinten, wir sollten unbedingt herfahren." Die Vorschusslorbeeren kamen zu recht. "Die Musik ist Weltklasse", so das Urteil von Phil Gäbel. "Außerdem ist es wie ein großes Treffen. Wohlenberg wird für uns zum Mittelpunkt, weil wir alle woanders Ausbildung machen und uns sonst nicht sehen."

Und für Janine Rose, Nicole Nuss, Sandra Schmarsow und Melanie Born geht es nach einer Auszeit jetzt erst wieder los. Nach 15 Jahren Pause war ihnen mal nach einer Runde Abtanzen. Bei Rosa waren sie genau richtig. denn die Band spielt ja alles. Von Klassikern wie Pink Floyd bis zu aktuellen Hits wie "Follow Rivers" und "Hey Brother".

Eine dreiviertel Stunde nach Mitternacht schnappte sich der Pressesprecher der Wohlenberger Feuerwehr, die das Spekatakel organisiert hatte, das Mikrofon, um "Country Roads" anzustimmen. "Das machen wir nachher noch einmal", kündigte Rainer Schulz an. Auf dem Wohlenberger Buschfest werde sowieso immer bis eine Minute nach vier Uhr morgens gespielt. Genug Zeit also, um das Lied mit dem gesamten "Saal" noch einmal zu singen.

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