"Bilder aus der Altmark" zeigt jetzt das Osterburger Kreismuseum in einer Ausstellung. Die Kunstwerke der am Sonntag eröffneten Schau stammen aus der Hand des Kleinauers Otto Mewes.

Osterburg l Die Eröffnung der Gemäldeausstellung von Otto Mewes im Osterburger Kreismuseum war zugleich eine Hommage an den Künstler und dessen Ehefrau Erika, die der musischen Arbeit ihres Mannes nicht nur wohlwollend gegenübergestanden, sondern ihm auch den Rücken freigehalten hatte, denn sonst hätte der noch 74-Jährige die Fülle von Bildern, von der nun 90 zusehen sind, seit 2012 nicht schaffen können.

So drückte es auch Margret Hoffmann, seit mehr als 50 Jahren künstlerische Weggefährtin des Kleinauers in ihrer Laudatio, aus. "Danke, Otto, gut, dass du das alles vollbracht hast!" Sie erinnerte auch an die Zeit vor vielen Jahren, als es die Galerie der Freundschaft mit Mal- und Zeichenarbeiten im Osterburger Pionierhaus noch gab. "Die künstlerische Arbeit mit den Schülern war dein Leben Otto, ebenso deine zweite Leidenschaft, die Archäologie." Der Lehrer für Kunsterziehung und Geschichte an den Schulen in Kleinau und Lückstedt, der später noch ein Zusatzstudium in Chemie für eine Lehrbefähigung auch in diesem Fach absolvierte, hatte ein archäologisches Museum aufgebaut, das, so Hoffmann, "eine wunderbare Sache" sei. "Das alles kann man nicht hoch genug schätzen."

Der Raum im Museum mit den Bildern konnte die Besucher kaum fassen, einige hörten sich die Laudatio im Flur an. "Ihr Interesse zeigt, dass Sie auf diese Ausstellung ,Bilder aus der Altmark` quasi gewartet haben", sagte Museumsleiter Frank Hoche, an die Gäste gewandt. "Seinen Aufhänger dafür hatte Otto Mewes in dem gleichnamigen Buch von Hermann Dietrichs und Ludolf Parisius gefunden. Längst verschollene Orte, Gebäude und Wüstungen werden auf diese Weise nicht vergessen."

Auf Landschaftsbilder folgten Kirchenansichten

Eine Reihe von Dorfkirchen hat der Maler ebenfalls im Bild festgehalten. Seine Liebe zu seiner altmärkischen Heimat kommt in vielen Landschaftsbildern wie "Winter am Kleinauer Weiler", "Im Bunken bei Dessau", "Wiesen bei Heiligenfelde" und den Allee-Ansichten zum Ausdruck. Seine bevorzugte Technik ist das Aquarell, er widmet sich aber auch der Acrylmalerei und der Mischtechnik.

"Zuerst waren Landschaften meine Motive", erläuterte Mewes seine Ausstellung. "Dann folgten Dorfkirchen und -ansichten, bis ich dazu kam, nach Vorlagen Gebäude zu malen, die nicht mehr existieren." So offenbaren sich dem Betrachter beispielsweise die nach 1945 zerstörten Rittergüter Rosenhof, Rönnebeck, Walsleben, Orpensdorf sowie das Rittergut Stresow, das samt dem Dorf der "Aktion Kornblume" zum Opfergefallen war, und das Rittergut Niedergörne, das einschließlich Dorf 1975 abgerissen worden war.

"Otto Mewes hat ein immenses Stück Arbeit geleistet. Seine Arbeiten sind es wert, sich darin zu vertiefen, und Sie sollten noch ein- oder mehrmals den Weg ins Museum finden", legte Margret Hoffmann den Besuchern ans Herz.

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