Der Blumenstrauß des Monats Mai geht an Rainer Pempel aus Iden. Auf mehrfachen Leservorschlag würdigt die Volksstimme den 62-Jährigen für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement für den Idener Sport, die Schule und die Kommunalpolitik.

Iden l Rainer Pempel wurde 1951 in Schönebeck (Elbe) geboren, wuchs dort auch auf und absolvierte seine Schulausbildung bis hin zum Abitur. Schon als Kind und Jugendlicher betrieb er intensiv Sport. Beim Sportclub Magdeburg entwickelte sich dieses Hobby zum Leistungssport. Das Geräteturnen war damals seine große Leidenschaft. In Halle studierte Rainer Pempel schließlich Pädagogik mit den Schwerpunkten Sport und Biologie. Nach Abschluss des Studiums wurde Pempel als junger Lehrer an die damalige POS Iden geschickt. "Eigentlich war mein Lehrereinsatz hier nur für drei Jahre geplant, aber es wurde zum Lebenswerk", erzählt er.

14 Jahre lang war Pempel an der POS Iden Lehrer für Sport und Biologie. 1988 kündigte er jedoch - und ging für kurze Zeit in die Arbeitslosigkeit - zu DDR-Zeiten ein Affront gegenüber dem politischen System. Pempel nutzte dann das Angebot, beim KKW Stendal zu arbeiten - unter anderem als Leiter der Betriebssportgruppe. Diese Tätigkeit führte er jedoch nur bis 1989 aus. Mit der Wende kam der Idener in die Kreisverwaltung und baute unter der Sachgebietsleitung von Wolfgang Hedermann das Sozialamt mit auf. Nebenher qualifizierte er sich zum Verwaltungsfachwirt.

"Zeit in Kreisverwaltung war enorm aufregend"

Pempel: "Es war eine enorm aufregende und interessante Zeit, denn es waren riesige Aufgaben zu bewältigen. Innerhalb von wenigen Wochen und Monaten stieg die Zahl der Sozialhilfeempfänger in unserem Kreis von 0 auf 1400 und es galt, die Pflegeheime komplett neu zu strukturieren."

Bis zur ersten Kreisgebietsreform war Rainer Pempel in der Kreisverwaltung, dann bewarb er sich erfolgreich als Verwaltungsleiter in der Landesversuchsanstalt Iden. Diese Funktion hatte er sieben Jahre inne und im Jahr 2000 wurde er ins ALFF nach Stendal versetzt, wo er die Sachgebietsleitung für EU-Förderung in der Landwirtschaft übernahm. Diese Tätigkeit führte Rainer Pempel bis 2013 aus. Nun ist er in der Altersteilzeit.

In seinem beruflich äußerst abwechslungsreichen Leben engagierte sich Rainer Pempel immer ehrenamtlich. Als er 1974 nach Iden kam, trat er der Betriebssportgemeinschaft (BSG) "Wissenschaft" Iden bei und trainierte als Übungsleiter die Volleyballer mit. Schon bald wurde er Sektionsleiter und war unter dem langjährigen Chef Georg Mischkowski stellvertretender Vereinsvorsitzender. Nach dessen Tod wurde Pempel Vorsitzender des SV.

Die sportlichen Leitungsfunktionen gab er jedoch wieder ab, als er 2000 zum Bürgermeister von Iden gewählt wurde. Zu dieser Zeit konnte Pempel schon auf viel kommunalpolitische Erfahrung verweisen. Bereits zu DDR-Zeiten und schließlich auch durchgehend nach der Wende war er im Gemeinderat. Bis 2004 war Rainer Pempel in Iden ehrenamtlicher Bürgermeister. Mit der Gebietsreform wollten er und mehrere weitere Gemeinderäte mit Iden zur Trägergemeinde Osterburg. Doch eine knappe Mehrheit im Rat (unter Führung der CDU) entschied sich für die Verwaltungsgemeinschaft Arneburg-Goldbeck. Daraufhin trat Pempel als Bürgermeister zurück. "Ich war und bin nach wie vor davon überzeugt, dass der Gang nach Osterburg für Iden besser gewesen wäre", sagt Pempel. Und er fügt hinzu: "In meiner Zeit als Bürgermeister war es mir immer wichtig, die zur Gemeinde gehörenden Orte gleich zu behandeln. Viele Baumaßnahmen konnten in dieser Zeit realisiert werden." In der Idener Volleyballgruppe ist der 62-Jährige noch heute aktiv. Seit 2004 gehört Pempel dem Förderverein für die Grundschule Iden an, der sich aus dem Förderverein der Sekundarschule bildete, die 2004 in Iden ihre Pforten schließen musste. 2011 wurde er zum Vorsitzenden gewählt.

"Iden ist ein nachhaltiger Schulstandort"

"Im Vordergrund unserer Vereinstätigkeit stehen die Kinder. Ziel ist es unter anderem, Projekte mit den Schülern auf die Beine zu stellen. Besonders wichtig sind uns dabei inhaltliche Dinge mit der Landwirtschaft und eine fruchtbare Zusammenarbeit mit der LLFG Iden sowie den örtlichen Vereinen. Das Motto lautet Mitein- ander - Füreinander", berichtet Rainer Pempel. Die Vereine und auch die Feuerwehr sind Mitglieder des Schulfördervereins. "Der Sportverein hat zehn Abteilungen. Jede Abteilung macht einen Sporttag mit den Kindern", ergänzt er.

Der Schulförderverein kümmert sich noch um andere Aufgaben. So organisieren die Mitglieder Arbeitseinsätze an der Schule und auch die Blutspende in Iden. Zudem liefen in Organisation des Vereins unter anderem Projekte zu Themen wie gesunde Ernährung und Entschleunigung.

Pempel betont: "Als Verein kämpfen wir auch für die nachhaltigen Schulstandorte in unserer Region. Ich habe keinen Zweifel daran, dass Iden schon aufgrund seiner zentralen Lage zu den nachhaltigen Schul- standorten zählt - auch weil Königsmark und Rengerslage mit zu unserem Einzugsbereich gehören. Als Verein haben wir das Konzept für die Etablierung eines Grundschulzentrums mit erarbeitet", erklärt Rainer Pempel. Als maßgebliche Vorteile des Idener Standortes gegenüber z. B. Werben zählt der Schulförderer auch die Barrierefreiheit und Ebenerdigkeit des vorhandenen Schulhauses und die moderne Sporthalle.

Seit kurzem ist Rainer Pempel auch im Bauausschuss der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck als beratender Bürger ehrenamtlich aktiv.