Osterburg l Als die Osterburger Blasmusikanten am Sonntag für ihren Auftritt zum 25. Jubiläum in Osterburg auf dem Großen Markt aufbauten, guckten sie skeptisch in den Himmel. Wolken, Besuchermangel - davon fehlte ab 14 Uhr indes jede Spur. Sonne und Gäste satt!

Bürgermeister Nico Schulz war der erste Gratulant. Mit zittrigen Händen, weil er zugegebenermaßen die Runde im Fahrgeschäft mit den Prinzessinnen nicht vertragen hatte, überreichte eine Ehrenurkunde "in Würdigung des 25-jährigen Bestehens".

Aushängeschild der Biesestadt

Denn die Osterburger Blasmusikanten haben nicht nur die kulturelle Szene der Region geprägt und beeinflusst, sie sind zum Aushängeschild für Osterburg geworden. Kulturförderpreis und Eintrag ins goldene Buch der Stadt haben sie alles schon. Zu Recht. Auch internationalen Ruf haben sich die Musiker erarbeitet, gaben Konzerte unter anderem in Spanien, Tschechien, Finnland und Kanada. Wolfgang Tramp vom Ortschaftsrat Osterburg vertrat den einstigen Kulturhausleiter Horst Gerber und beglückwünschte stellvertretend für die Jubilare den heutigen Vereinsvorsitzenden Rüdiger Mallohn. So viele Veranstaltungen seien ohne die Blasmusikanten aus Osterburg nicht denkbar. Das sieht der Oldtimer-Stammtisch genauso, denn schließlich gehört die Gruppe zur "Maibowle" dazu wie der Waldmeister. "Heut` ist unser Ehrentag" sangen sie darum wenig später sowohl für die Mütter als auch für sich selber.

Was im November 1989 mit 15 Musikern aus Osterburg begann, ist eine Erfolgsgeschichte geworden, betonte Nico Schulz weiter. Ein großes Dankeschön, war sich das Ensemble einig, gebührt dem früheren Kulturhausleiter Horst Gerber, der den Anstoß dazu gab, und dem einstigen Leiter des Kreiskulturkabinetts Dieter Preuß, der die Mittel auf dem Weg zur Vereinsgründung locker machte. Seine Arbeit könne nicht genug gelobt werden, sagte der musikalische Leiter Jürgen Emanuel gegenüber der Volksstimme. Seit vier Jahren hören bei den dienstäglichen Proben im Keller der Stadtverwaltung alle auf sein Kommando.

Hoffen auf Verstärkung

Vorher war sechs Jahre lang Volker Günzel am Zug. Die ersten 15 Jahre führte Reiner Schulz musikalisch Regie. Was den Vereinsvorsitz betrifft, den führt Rüdiger Mallohn seit 2000 und löste damit Frank Müller ab. "Das Happy-Dancing-Medley spiele ich am liebsten", verrät Mallohn. Reiner Schulz steht auf "Die alten Kameraden", die meist zum Konzert-Schluss von Jutta Völzke und Reiner Barrey besungen werden.

Das 17. Spargelfest war für alle etwas Besonderes, denn es waren neben den 17 Musikern vom Stamm-Ensemble drei Gäste auf der Bühne, die einst Mitglied waren. "Hoffentlich können wir sie überreden, wieder mitzumachen", bemerkte Ralf Zimmermann (Tuba) "Bettina Huesmann spielt ganz toll Querflöte und hat wegen der Geburt ihres Kindes aufgehört. Dietmar Heinemann wollte aus Osterburg wegziehen. Da sich das zerschlagen hat, besteht für die Gruppe Hoffnung auf ihre Rückkehr", unkte Zimmermann. Große Stücke hält er auch auf die Kinder von Hartmut Storl (Flügelhorn), Bianca (Klarinette), die beim Auftritt fehlte, und Nico (Tuba), der beim Auftritt richtig Spaß hatte.

Nach 30 Liedern, wie "Rosamunde", "Chodunska" und "Meisterschuss", zogen die Jubilare mit den zunehmenden Wolken in den Ratskeller zum Festtagsschmaus. Ob dort Nägel mit Köpfen für die Rückkehr der Gastmusiker gemacht wurden, wird sich während der kommenden Konzerte herausstellen. Mitklatschende, begeisterte Fans sind ganz sicher mit von der Partie.