Walsleben/Gladigau l Mit Gladigau und Walsleben wollen auch zwei Orte der Einheitsgemeinde Osterburg im landkreislichen Wettbewerb auf sich aufmerksam machen und bei der Jury punkten. Während der Ort an der Uchte zum ersten Mal mitmischt, möchte Gladigau sein gutes Ergebnis aus dem Jahr 2011 nicht nur bestätigen. Der zweite Platz bot genügend Motivation, in diesem Jahr den Sprung aufs Treppchen ganz oben anzupeilen.

Wie gut sich die beiden Orte bei der gestrigen Bewertung der achtköpfigen Delegation mit Sebastian Stoll an der Spitze aus der Affäre zogen, bleibt noch ein Geheimnis. Der 2. Beigeordnete des Landkreises verriet nur so viel: "Beide Orte haben sich große Mühe gegeben. Jeder Ort konnte sich innerhalb von zwei Stunden so präsentieren, um entsprechend der Leitlinien für den Wettbewerb zu zeigen, welche Faktoren für ihn sprechen. Kriterien, wie Infrastruktur und Vereinsleben, werden unter anderem eine Rolle bei der Gesamtwertung spielen." Punkte, die für die Zukunft eines Ortes ausschlaggebend seien.

Die Bewertungskommission nahm gestern zuerst Walsleben unter die Lupe. Ortsbürgermeister Ernst Jesse, Erika Zier und Lothar Beer zeigten den Gästen die schönen Ecken des Dorfes. Allerdings auch die weniger schönen. Zu Beginn der Tour ging es in den 23 Einwohner zählenden Ortsteil Uchtenhagen. Die dortige Patronatskirche, die vor einigen Jahren einem Förderverein in Calberwisch überschrieben wurde, hätte Gelder und Sanierungen dringend nötig. Übrigens bewertet die Kommission die Präsentation von mangelhaften Bauten nicht als Nachteil. "Es zeigt doch, dass sich die Menschen mit den Missständen auseinandersetzen", sagt Stoll.

In diesem Zusammenhang erwähnte Jesse eine damalige Spendensammlung, die allerdings nicht zum Ziel führte. "Sämtliche Spenden sind weg." In Walsleben gerieten dann das ehemalige Rittergut, die schmucke Sportstätte am Eichengrund und das Dorfgemeinschaftshaus in den Fokus der Kommission.

Ort an der Uchte erstmalig 929 erwähnt

"Viele Straßen und Wege wurden neu instand gesetzt", sagte Jesse, der auch erwähnte, dass der Ort einer der ältesten der Altmark sei. 929 wurde er erstmals erwähnt.

Von der Biese bis zum Backhaus nannten die Verantwortlichen in Gladigau ihre Runde, auf der sie die Jury-Mitglieder mit wesentlichen Gebäuden und Plätzen des Ortes vertraut machten. Ortsbürgermeister Matthias Müller begrüßte zusammen mit Pfarrer Norbert Lazay, Horst Bannehr, Hans-Joachim Henning, Beate Henning, Bernd Heidmann und Marita Roloff die Gäste. Müller nutzte die Gelegenheit, um die sehr gute Vereinsarbeit in Gladigau und seinen Ortsteilen als ein hervorragendes Merkmal des Ortes an der Biese herauszustellen. Er nannte das Dorftheater als Beispiel. Die Mitglieder durften sich in diesem Jahr sogar über Besuch des Ministerpräsidenten Reiner Haseloff freuen.

Erfreut sind die Gladigauer auch über die Zuzüge mehrerer junger Familien. So beträgt der Anteil der Kinder und Jugendlichen bis 16 Jahre im Ort über zehn Prozent. Die Bewertungskommission erfuhr unter anderem von der plattdeutschen Sommerschule, von der guten Versorgung mit sehr schnellem Internet oder auch vom interessanten Milde-Biese-Radweg, der durch Gladigau führt. Auf der Runde durch das Dorf nahmen die Gäste unter anderem die romanische Feldsteinkirche, den Festplatz, den Jugendklub, das Vereinsheim und das Pfarrhaus in Augenschein.

Titelverteidiger erneut im Rennen

Walsleben und Gladigau hoffen auf möglichst viele Punkte.Aber die Konkurrenz schläft natürlich nicht. Mit Garz an der Havel stellt sich der Landkreis-Gewinner 2011 zur Wahl, der den Titel verteidigen will. Vierter im Bunde ist Schäplitz (Einheitsgemeinde Bismark). Der Wettbewerb findet alle drei Jahre im Landkreis statt.

 

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