Busch l Die Spekulation mit Boden wird auch in der Altmark immer mehr zu einem Problem. Davon berichtete kürzlich der Biolandwirt Michael Dihlmann aus Busch beim Besuch der Bundestagsabgeordneten der Partei Bündnis 90/Die Grünen, Steffi Lemke, und der Landtagsabgeordneten Dorothea Frederking (Volksstimme berichtete).

Lemke hatte den Landwirt gefragt, ob ihm auch aus der nördlichen Altmark Fälle bekannt seien, dass Land von außerlandwirtschaftlichen Interessenten aufgekauft werde. Das konnte Dihlmann sogar aus eigener Erfahrung bestätigen.

"Unser Familienbetrieb hat sich jüngstens um den Erwerb weiterer Landwirtschaftsflächen bemüht. Die Bodenverwertungs- und Verwaltungsgesellschaft (BVVG) hatte in der Region Flächen ausgeschrieben. Aber die Preise haben auch hier mittlerweile Größenordnungen erreicht, bei denen wir beim besten Willen nicht mehr mithalten können. Die Landpreise sind so, dass man sie aus dem Ertrag nicht refinanzieren kann", berichtete Dihlmann. Konkret war Michael Dihlmanns jüngster Bruder Stephan um Flächenerwerb bemüht, der in Busch ebenfalls als Biolandwirt tätig werden möchte. "Würden wir Flächen zu diesen Preisen erwerben, müssten wir sie als Familie über lange Zeit subventionieren."

Der Landwirt zeigte sich überzeugt, dass Flächen gegenwärtig gerade noch von Agrar-Großbetrieben erworben werden könnten, die in der Region kaum Strukturen benötigten und die für die Bewirtschaftung von 1000 Hektar Fläche nur noch zwei Arbeitskräfte beschäftigten. Noch schlimmer: Es gebe auch in der Gegend um Busch Beispiele dafür, dass Land von Leuten erworben wurde, die mit Landwirtschaft gar nichts zu tun hätten - ein Beleg dafür, dass Boden längst Spekulationsobjekt sei. Dies, so Dihlmann, sei äußerst problematisch für kleine und mittlere Agrarunternehmen.

Zu Treuhand-Zeiten gab Konzept den Ausschlag

Der Buscher Biolandwirt kritisierte den Staat und die BVVG, die derartige Spekulation zuließen. Bei der Vermarktung von Land entscheide offenbar nur noch das Geld und nicht mehr das Konzept des jeweiligen Interessenten, wie es in den 1990er Jahren noch der Fall gewesen sei. Außerdem kritisierte er, dass der Staat bei Grundstücksgeschäften oft mehrfach zuschlage.

Auch aus Sicht der beiden Grünenpolitikerinnen habe die Bodenspekulation bundesweit problematische Ausmaße angenommen. Steffi Lemke betonte bei ihrem Besuch, dass die Diskussion zu dieser Problematik an Fahrt aufnehme.

Dihlmann berichtete, dass bei der Vergabe von Land und anderen Immobilien zu Treuhandzeiten offenbar noch andere Kriterien gezählt hätten. Die aus Baden-Württemberg stammende Familie Dihlmann hatte 1996 den Hof mit mehreren hundert Hektar Land erworben. Seinerzeit habe offenbar das Konzept den Ausschlag gegeben, das unter anderem den Erhalt der historischen Bausubstanz des Hofes vorsah.