Michaela Steinke und Fabian Kröhnert, zwei Pädagogen am Osterburger Markgraf-Albrecht-Gymnasium, überzeugten Schüler und Lehrer von einem besonderen Projekt.

Osterburg l Im Herbst 2013 kamen Michaela Steinke und Fabian Kröhnert nach Osterburg als Lehrer ans Markgraf-Albrecht-Gymnasium. Für Steinke (32) bedeutete das Heimkehr an einen vertrauten Ort, denn sie hatte an dieser Schule ihr Abitur gemacht und wollte nach ihrem Studium unbedingt hierher zurück. Für Kröhnert dagegen war die Altmark Neuland, denn der 31-Jährige stammt aus Thüringen.

Was aber die beiden jungen Lehrer verbindet, ist ihre Freude am Unterrichten und ihr Engagement für das Projekt "Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage."

Schüler brachten eigene Ideen mit ein

"Wir haben dieses Projekt während des Referendariats kennen gelernt. Als wir dann unsere Lehrtätigkeit in Osterburg begonnen hatten, regten wir an, dass sich das Markgraf-Albrecht-Gymnasium auch bewerben sollte. Damit eine Bildungsstätte überhaupt den Titel ,Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage` tragen darf, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden.Dazu gehört beispielsweise, dass 70 Prozent der Schüler, Lehrer und Schulmitarbeiter sich dafür aussprechen. Am Markgraf-Albrecht-Gymnasium waren es insgesamt 94 Prozent. Das ist ein überragendes Ergebnis, das uns zu weiteren Aktivitäten anspornt", erklärt Fabian Kröhnert.

Bei diesen Aktivitäten stehen die jungen Lehrer nicht allein, denn sie sind in erster Linie Betreuer für eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern der Klassenstufe 10, die das Projekt gestalten will.

"Die Mitglieder der Projektgruppe waren von Anfang an sehr motiviert. Sie brachten viele eigene Vorstellungen ein, arbeiten selbständig und sind gut vernetzt. Im Oktober 2013 nahmen wir gemeinsam an einem Workshop in Halle teil. Das war die Auftakt-Veranstaltung, der dann eigene Aktivitäten am Markgraf-Albrecht-Gymnasium folgten. So gingen die Mitglieder der Gruppe beispielsweise in alle Klassen und informierten ihre Mitschüler über Ziel und Inhalt, beantworteten Fragen und sammelten die notwendigen Unterschriften, damit das Projekt starten konnte", erzählt Michaela Steinke, und ihr Kollege berichtet: "Diese Zehntklässler sind eine tolle Truppe, zu der bestimmt schon bald auch jüngere Schüler hinzukommen werden. Wir treffen uns jede Woche freitags nach dem Unterricht und tauschen uns aus. Dabei werden immer wieder neue Ideen geboren. Eine davon war der Aufruf zu einem Kreativwettbewerb, an dem sich Schüler unterschiedlichen Alters beteiligt haben. Von unseren Kollegen, zum Beispiel von den Kunsterziehern und Ethik-Lehrern, erfuhren wir dabei ebenfalls viel Unterstützung. Momentan sind wir dabei, alle Wettbewerbs-Ergebnisse zu sichten."

"Es ist toll mitzuerleben, wie stark sich die Schüler-Gruppe engagiert"

Michaela Steinke

Inhaltlich haben sich die Schülerinnen und Schüler dabei unter anderem mit Themen wie Ausgrenzung, Mobbing oder Fremdenfeindlichkeit auseinandergesetzt. Entstanden sind eine Reihe von Zeichnungen, mehrere Filme, Gedichte und Geschichten. Auch eine Box mit Sinnsprüchen und Zitaten wurde zum Kreativwettbewerb eingereicht.

In diesen Tagen wird von der Gruppe die jährliche Projektwoche vorbereitet, die am Markgraf-Albrecht-Gymnasium in der Woche vor den Sommerferien stattfindet. In diesem Rahmen wollen die Zehntklässler selbständig Workshops zum Thema "Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage" anbieten und leiten.

Am 17. Juli, dem letzten Tag der Projektwoche, werden die Workshop-Ergebnisse und Schülerarbeiten aus dem Kreativwettbewerb öffentlich präsentiert. Dazu sind Eltern, Großeltern und andere Interessierte herzlich eingeladen.

Außerdem ist schon ein weiterer Höhepunkt in Planung - ein Projekttag zu Beginn des neuen Schuljahres, bei dem auch die Titelverleihung vorgenommen werden soll.

Lehrer und Freundeskreis unterstützen das Projekt

"Wir sind sehr zufrieden mit dem derzeitigen Stand der Projektarbeit. Es ist toll mitzuerleben, wie stark sich die Schüler-Gruppe engagiert, besonders einige Mädchen", betont Michaela Steinke. Fabian Kröhnert ergänzt abschließend: "Auch unsere Kolleginnen und Kollegen, die Schulleitung und der Freundeskreis des Gymnasiums unterstützen uns sehr. Durch Beiträge in der regionalen Presse wurden auch schon Menschen außerhalb unserer Schule auf das Projekt aufmerksam. Positives Echo dazu hat uns beispielsweise aus dem Raum Seehausen erreicht."