Im Stendaler Landratsamt laufen am Sonntagabend die Ergebnisse aus sämtlichen 174 Wahllokalen des Landkreises ein. Die Mitarbeiter rechnen diesmal mit einer Nachtschicht.

Stendal l René Hofmann und die drei übrigen Mitarbeiter des Kreiswahlbüros stellen sich am Sonntag auf eine lange Nacht ein. "Wir bleiben, bis alles fertig ist", sagt Hofmann, der als Sachbearbeiter der Kommunalaufsicht seit 2011 Wahlen beim Landkreis koordiniert. Kreiswahlleiter ist indes Landrat Carsten Wulfänger (CDU). Das Kreiswahlbüro darf am frühen Montagmorgen erst gehen, wenn sämtlich Wahlergebnisse aus dem Landkreis Stendal an den Landeswahlleiter übermittelt worden sind.

"Es gibt Wahllokale, die müssen fünf Wahlen auszählen", sagt Hofmann. Deshalb werde es vermutlich länger dauern, als bei den zurückliegenden Wahlen. Generell werde in den 174Wahllokalen ab 18 Uhr mit dem Auszählen der Europawahl begonnen, dann kommt die Kreistagswahl, dann die Stadt- und Gemeinderatswahlen und zum Schluss folgen die Wahlen zu den Ortschaftsräten. In Tangerhütte kommt als fünfte Wahl auch noch das Abwahlverfahren gegen die Bürgermeisterin hinzu.

"Das ist für die Beteiligten an der Belastungsgrenze", sagte Hofmann. Im Übrigen bekommen die rund 1000 Wahlhelfer jeweils mindestens 26,50Euro Erfrischungsgeld für ihren Dienst. Einige Kommunen legen ein paar Euro drauf.

Die Daten aus den Kommunen laufen elektronisch im Kreiswahlbüro ein. "Wir prüfen die zahlen auf Plausibilität und leiten sie dann nach Halle zum Landesamt für Statistik weiter", sagt Hofmann. Bereits vier Testläufe wurden gemacht, um die Software auf ihre Praxistauglichkeit zu prüfen. "Es funktioniert alles."

Lediglich die Briefwahlen zur Europawahl müssen im Kreisbüro eingegeben werden. Bis gestern waren mehr als 4000 Wahlzettel eingegangen, für die Auszählung im Kreishaus gibt es zehn Wahlvorstände. "Es gibt viele Briefwähler, die sich Unterlagen für die Kommunalwahl, aber nicht für die Europawahl angefordert haben", sagt der Kreismitarbeiter.

Der Herr der Wahlzettel hat einige interessante Zahlen und Fakten parat. So gibt es bei der Europawahl im Landkreis 3609 Erstwähler. Die meisten Wahlberechtigten zur EU-Wahl gibt es mit 2264 in einem Wahllokal in Bismark, in Wanzer (Gemeinde Aland) sind es dagegen nur 68.

Am Freitag, 2. Juni, um 15Uhr wird der Kreiswahlausschuss in einer öffentlichen Sitzung die Ergebnisse für den Landkreis Stendal feststellen.