Osterburg (igu/nim) l Zufrieden blickte gestern Einheitsgemeinde-Bürgermeister Nico Schulz auf die Wahl zurück. "Ich finde, das ist ein schönes Ergebnis. Die wenigen personellen Veränderungen zeigen, dass sich unsere Einwohner Kontinuität wünschen", sagte er und fügte hinzu. "Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit allen Stadträten."

Enttäuscht zeigte sich Schulz über die geringe Wahlbeteiligung, die lediglich bei 42,6 Prozent lag. Bei den Kommunalwahlen vor fünf Jahren hatten noch 49,8 Prozent der stimmberechtigten Einwohner ihre Kreuzchen gemacht. Warum die Beteiligung so deutlich zurückging? "2009 stand zusätzlich auch noch der Bürgermeister zur Wahl. Gut möglich, dass diese Entscheidung deutlich mehr Menschen zur Stimmenabgabe motivierte", vermutete Schulz. Der Bürgermeister nutzte die Gelegenheit, um um sich bei allen Wahlhelfern zu bedanken. "Sie haben eine tolle Arbeit geleistet. Fast alle unserer Mitarbeiter waren zum Teil sogar bis in den frühen Montag-Morgen hinein im Einsatz, dazu kamen dann noch rund 100 weitere Frauen und Männern, die uns tatkräftig unterstützt haben", sagte Schulz.

Glückwünsche über Partei-Listen hinweg

Linke-Fraktionschef Jürgen Emanuel freute sich schon am Vormittag über anerkennende Worte wie die Glückwünsche von Klaus-Peter Gose. "Wir haben uns gegenseitig gratuliert", bestätigte er lächelnd. Denn der Osterburger Ortsbürgermeister hatte wie Jürgen Emanuel auf seiner Partei-Liste für den Stadtrat die meisten Stimmen erzielt. Die Linken, die am Sonntagabend in der Moritzburgdie Stimmen-Vergabe auf dem Rechner verfolgten, haben "in der Kernstadt Osterburg noch nie so ein Ergebnis erzielt", freute sich Emanuel. Es sei nicht so einfach, den beachtlichen Stand im Stadtrat mit acht Sitzen zu halten, was gelungen ist. "Unser Engagement hat sich ausgezahlt."

Dazulegen konnte die CDU-Fraktion. "Das beweist, das wir in der Vergangenheit nicht so viel falsch gemacht haben", zeigte sich Ortsvereins-Vorsitzender Matthias Köberle zufrieden. Die Christdemokraten, künftig mit 13 Mandaten präsent, haben viele Stimmen vom Land und somit aus den Ortsteilen erhalten. "Das sollte Grundlage für die künftigen Entscheidungen sein", kündigte Köberle an. Zuversichtlich blickt auch die SPD nach vorn. "Wir konnten uns um 50 Prozent steigern", ist Thorsten Schulz gut gelaunt. Überrascht ist er vom positiven Ergebnis von Heiko Fischer. Der Erxlebener verstärkt künftig als dritter Mann die Reihen der SPD-Fraktion. "Wir haben unser Ziel erreicht", so Schulz.

Das trifft auch für die Wählergemeinschaft (WG) Land zu, die mit drei Mandaten geliebäugelt hat, wie Jutta Berger meinte. Die WG geht die künftigen Aufgaben im Stadtrat mit dem gleichen Trio wie in der aktuellen Wahlperiode an. Berger bedauerte, "dass die Vielschichtigkeit nicht mehr so gegeben ist" und meinte damit den Wegfall der Einzelbewerber und des Neuen Forums im Gremium. Mathias Fritze (FDP) genügte schließlich ein Wort, um den Wahlausgang zu kommentieren: "Bedauerlich".