Die Strecke zwischen Vielbaum und Seehausen soll für Radfahrer sicherer werden. Aber das geplante Maßnahmenpaket wird auch seine Zeit brauchen.

Seehausen/Vielbaum l Mit dem Auto ist es oft schon schwer genug, auf der Landesstraße L2 zwischen Vielbaum und Seehausen über die Bundesstraße B189 zu kommen. Für Radfahrer wird es fast zum russischen Roulette. Zum einen, weil der Verkehr vor allem in den Stoßzeiten dicht ist. Zum anderen, weil sich viele Verkehrsteilnehmer nicht an die Geschwindigkeitsbeschränkung von 70Kilometer pro Stunde halten.

Der Vielbaumer Unternehmer und Familienvater Karsten Reckling ist einer der streitbaren Einwohner westlich der Bundesstraße, die sich seit Jahren für eine Verbesserungen der Situation einsetzen. Gestern gab es ein Treffen mit allen wichtigen Institutionen, die in ihren Bereichen irgendwie für Abhilfe sorgen können. Neben dem Seehäuser Bauamtsleiter Guido Mertens und Aland-Bürgermeister Hans-Joachim Hildebrandt waren auch Vertreter des kreislichen Straßenverkehrsamtes, der Landesstraßenbaubehörde und deren Osterburger Straßenmeisterei vor Ort. Und damit eine fachkompetente Runde, die sachlich über kurz- und langfristige Vergesserungen diskutierte.

Einen positiven Eindruck nahm auch Reckling mit nach Hause, der zuvor eindringlich auf die Gefahren hingewiesen hatte, die nicht nur an der großen Kreuzung, sondern auch am Bahnübergang (Wittenberge-Stendal) oder an der kurvenreichen Straße nach Seehausen entlang des Gewerbegebietes lauern. Und davor warnte, nicht erst das Kind in den Brunnen fallen zu lassen und auf erste Opfer zu warten.

Finanzielle Lage erschwert schnelle Hilfe

Mit seinen Befürchtungen stieß der Vielbaumer auf Verständnis, musste sich aber auch anhören, dass das Land nicht über seinen finanziellen Schatten springen könne - sowohl beim straßenbegleitenden Radwegbau als auch bei der eventuellen Einrichtung einer rund 100000Euro teuren Ampelanlage, die nach dem Bau der Autobahn vielleicht in den Sand gesetzt wäre.

Der Leiter der Landesstraßenbaubehörde Nord, Manfred Krüger, sicherte aber zu, den ohnehin geplanten Radwegbau von Vielbaum bis an den Bahnübergang voranzutreiben und den Weiterbau ebenso zu planen wie eine eigene Schranke für Radler, für die aber noch die Bahn-AG mit ins Boot geholt werden müsste. Er wollte auch die Variante prüfen, möglicherweise die Gewerbestraße so anzubinden, dass sie die Pedalritter nutzen können. Ein Kreisverkehr an der Beusterbrücke bei Seehausen soll in absehbarer Zeit auch helfen, die Situation zu entschärfen.

Hildebrandt wies aus eigener Erfahrung darauf hin, dass die größte Hürde beim Radwegbau nicht immer die Planung oder die Finanzierung, sondern insbesondere die Einigung mit den Landeigentümern sei, die Flächen an der L2 zur Verfügung stellen müssten.

Beschilderung soll auf Konflikte hinweisen

Am derzeit größten Gefahrenschwerpunkt, der Bundesstraßen-Kreuzung, will der Landkreis kurzfristig zusätzlich zur Geschwindigkeitsbegrenzung mit großen Hinweisschildern auf den Radlerverkehr verweisen und damit die Kraftfahrer sensibilisieren.