"Wir geben Kindern und Jugendlichen die Gewissheit, ernst und wichtig genommen zu werden", betonte Marita Brenck gestern bei ihrer Rede anlässlich des 20-jährigen Bestehens der IB-Freizeitzentren in Osterburg und Seehausen.

Osterburg l Die Leiterin der biesestädtischen Freizeitstätte gehört schon zum Inventar beim Internationalen Bund (IB). Die Königsmarkerin, die seit 1990 beim sozialen Träger tätig ist, leitete in Osterburg und Seehausen die Geburtsstunde der Einrichtungen mit ein, kennt die Belange der Kinder und Jugendlichen. "Das Wichtigste ist, für die Kinder da zu sein und immer ein offenes Ohr für sie zu haben. Denn auch heute noch sind die Probleme der Jugend umfangreich, vielfältig, tiefgründig und mitunter schwierig. Einzel-, Tür- und Angelgespräche werden dafür sehr gern von ihnen genutzt", sagte Brenck während der Feierstunde auf dem IB-Gelände an der Stendaler Straße in Osterburg zu ihren Gästen und unterstrich damit die Bedeutung der Freizeitzentren.

Einige Wegbegleiter nahmen das 20-jährige Bestehen zum Anlass, zu gratulieren und mal wieder vorbeizuschauen. Dort, wo sie einst mit dem Nachwuchs arbeiteten, mit ihm Konflikte lösten und Veranstaltungen organisierten. Über den Besuch der ehemaligen Streetworker Simone Künstler und Ronald "Pit" Krüger freute sich die Leiterin besonders. Beide erinnern sich gern an die Zeit zurück. "Wir haben dort laufen gelernt", meinte Krüger, der seine Nachfolgerin mit einbezog, zur ersten beruflichen Tätigkeit mit Kindern und Jugendlichen. Noch heute üben beide Jobs im sozialen Bereich aus. Von 1998 bis 2001 war Krüger Streetworker, leitet seit einiger Zeit drei Heimeinrichtungen in der westlichen Altmark. Künstler nannte sich dann bis 2004 Streetworkerin. "In meine Zeit fiel der Umzug", erinnert sich die heutige Wohnbereichsleiterin der Lebenshilfe zurück.

Das Objekt an der Stendaler Straße ist seit 2002 Anlaufpunkt der 7- bis 20-Jährigen, wobei die Gruppe der 10- bis 14-Jährigen die Stätte am meisten aufsucht. Zuvor war das "Pio" das Zuhause der Kinder und Jugendlichen. Das Pionierhaus an der Ernst-Thälmann-Straße wurde am 16. März 1994 vom IB als Träger übernommen. Auch in Seehausen, wo gestern ebenfalls der runde Jahrestag gefeiert wurde, begann 1994 die Geschichte des IB. Deshalb war nicht nur Osterburgs Einheitsgemeinde-Bürgermeister Nico Schulz zum offiziellen Festakt erschienen. Auch Verbandsgemeinde-Bürgermeister Robert Reck und Seehausens Bürgermeister Detlef Neumann überbrachten Glückwünsche. Und sicherten auch künftig ihre Unterstützung zu. "Es ist unverantwortlich, sich hier nicht zu engagieren", betonte Schulz. Die Stadt Osterburg gibt jährlich einen Zuschuss von 60 000 Euro.

Gerald Bache, Betriebsleiter des IB für den nördlichen Bereich Sachsen-Anhalts, ist stolz. "Ich hätte nicht gedacht, dass wir 20 Jahre erreichen werden."

Osterburger Schüler stellten Aschenputtel vor

Für ihn war die große Gäste-Anzahl ein "Zeichen der Wertschätzung unserer Arbeit". Zu den Gratulanten gehörten Ordnungsamtsleiter Matthias Frank, Sozialausschuss-Vorsitzende Sigrid Fischer, Linke-Fraktionsvorsitzender Jürgen Emanuel, Streetworker, Vertreter des Landkreises, ehemalige Mitstreiter und damalige Jugendliche.

Diese nahmen die Räumlichkeiten in Augenschein, stärkten sich am Büfett, griffen in den Lostopf - bei der Tombola gab es attraktive Preise zu gewinnen - und amüsierten sich beim Auftritt des Horts der Osterburger Grundschule. Ute Löschner und ihr Team probten mit den Kindern ein modernes Aschenputtel ein.

Brenck und Bache bedankten sich bei der Stadt und anderen zuverlässigen Partnern für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung. Und vielleicht geht auch ein langersehnter Wunsch bald in Erfüllung. Das Osterburger Gebäude müsste auf Vordermann gebracht werden, einige Wände bräuchten frische Farbe und auch der Fassade würde eine Modernisierung gut tun. Nico Schulz wollte sich zwar nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, versprach jedoch, nach einem Förderprogramm Ausschau zu halten, um somit wichtige Maßnahmen am Haus mitzufinanzieren.

Im IB-Domizil tummeln sich täglich 30 bis 50 Kinder und Jugendliche, tauschen sich untereinander aus, vertrauen dem kompetenten sechsköpfigen Team um Marita Brenck ihre Probleme an, machen ihre Schulaufgaben, betätigen sich kreativ, nutzen die sportlichen Angebote und hängen dort einfach nur ab.

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