Die Integration von Menschen mit Behinderungen haben sich viele Einrichtungen auf die Fahnen geschrieben. Die Sekundar- und Gemeinschaftsschule Seehausen kooperiert auf dieser Basis mit der Heilpädagogischen Einrichtung Königsmark.

Seehausen l In den Pfingstferien manifestierte sich das in einem inklusiven Jugend-Kunstprojekt (inklusiv im Sinn von gesellschaftlicher Teilhabe) unter dem Motto "Wir können auch anders - Natur, Talente und Pappnasen in der Zettelwirtschaft", an dem geistig behinderte Jugendliche ebenso teilnahmen wie Schüler aus Seehausen.

Diakonie ist gemeinsame Projekt-Schnittstelle

Die gemeinsame Schnittstelle zwischen den beiden Einrichtungen ist schnell erklärt. Die Königsmarker Pädagogin Dorothea Knauerhase, die das Projekt als Kunsterzieherin begleitet, und die Seehäuser Schulsozialarbeiterin Mandy Gauditz haben mit der Diakonie Osterburg den gleichen Arbeitgeber.

Nachdem der Start angesichts des Wetters noch in der Bildungsstätte über die Bühne gegangen war, zogen die Teilnehmer später in das grüne Klassenzimmer am Umfluter um, wo sie sich in idyllischer Umgebung von allen möglichen Musen küssen lassen konnten. Das Rohmaterial für Kollagen, Skulpturen oder Schalen hatten die Teilnehmer selbst reißender, schöpfender oder leimender Weise hergestellt. Gestern bekamen die Objekte, die in Kürze beim Altmärkischen Kirchentag in Werben und später auch im Schwibbogen am Seehäuser Rathaus zu sehen sein sollen, nach einem erfrischendem Picknick im Freien sozusagen den Rest. Das im wahrsten Sinn des Wortes herausragendste Werk dürfte am Ende ein Vulkan aus Draht, Zellleim, Pack- und Buntpapier sein.

Papier in seiner Vielfalt besonders geeignet

Papier, so Dorothea Knauerhase, animiere in seiner Vielfalt gerade dazu, nahezu unbegrenzte Bearbeitungsmöglichkeiten auszuprobieren und zu experimentieren. Allerdings gehe es bei dem Projekt in Seehausen auch um die Präsenz der gehandicapten Jugendlichen im städtischen Raum und die entsprechenden Interaktionen, die auf die Bewohner mit dem geplanten Umzug der Einrichtung an den Aland ohnehin zukommen. In Königsmark leben die Betreuten gerade in Sachen Natur ziemlich komfortabel. In Seehausen tun sich mit Schulen, Kitas, Geschäften, Bibliothek und vielen anderen Sachen mehr dafür ganz anderen Perspektiven auf.