Hohenberg-Krusemark l Eine besondere Ehre wurde am Dienstag der Milchkuh Laura zuteil, die zum Viehbestand des Landwirtschaftsbetriebs Nösse/Heim GbR in Hohenberg-Krusemark gehört. Das Tier wurde als eine der wenigen 100000-Liter-Kühe in der nördlichen Altmark geehrt.

Andrang wie selten herrschte am Dienstagvormittag auf dem Betriebsgelände des Familien-Landwirtschaftsbetriebs Nösse/Heim. Unter anderem Heidi Pöhl, Inspektorin vom Landerskontrollverband Sachsen-Anhalt in Stendal, Astrid Ziems, Abteilungsleiterin Herdbuch der Rinder-Allianz, die Tierärzte Hans-Peter Garlipp und seine Kollegin Anna Himmel sowie weitere Gäste kamen, um der Auszeichnung beizuwohnen. Selbstverständlich waren auch alle Mitarbeiter des Betriebes mit dabei.

Laura hat geschafft, was nur wenigen Milchkühen vergönnt ist. Das Tier der Rasse Holstein- Frisian wurde bereits am 26. Oktober 2001 geboren und ist damit für eine Kuh schon außerordentlich betagt. Gekalbt hat sie erstmals im November 2003. Seither gibt sie Milch - bis heute, und zwar regelmäßig, verlässlich, mit einer guten Durchschnittsmenge. Nur darum hat Laura nunmehr die 100000-Liter-Marke geknackt.

Kühe erleben meist nur drei bis vier Laktationen

"Üblicherweise werden Milchkühe nach drei bis vier Jahren ausgesondert - aus Krankheitsgründen und zu geringer Leistungsfähigkeit. Das Außergewöhnlichste an Laura ist jedoch, dass sie bereits zum 10. Mal gekalbt hat, davon eine Zwillingsgeburt. Mit anderen Worten, sie hat durchgehalten - bei einer guten, durchschnittlichen Milchleistung", erklärt Undine Heim, Mit-Inhaberin des Familienbetriebs Nösse/Heim GbR Krusemark.

Und Hans-Peter Garlipp fügt hinzu: "Meistens sind es Fruchbarkeits- und Euterprobleme, die bei Milchkühen schon nach der dritten oder vierten Laktation auftreten. Laura ist da eine seltene Ausnahme."

Für die Ehrung wurde Milchkuh Laura schon morgens ausgiebig gewaschen und herausgeputzt. Unter dem Beifall der Anwesenden bekam das Tier dann von Pöhl und Ziems die große, bisher erst selten verliehene Schärpe mit der Aufschrift "100000-Liter-Kuh" um den Hals.

Die Nösse/Heim-GbR Krusemark wurde 1992 als Wiedereinrichtungsbetrieb durch Erna Nösse gegründet - auf der Hofstelle von Otto Nösse in der Hohenberger Straße 1 in Krusemark. 1995 erfolgte der Bau des ersten Kuhstall-Abschnitts an der Hindenburger Straße mit Güllesammelbehälter und Kraftfutter-Hochsilo. 1998 übergab Erna Nösse den Hof an ihre Tochter Undine Heim. Seitdem wurde der Betrieb als Nösse/Heim GbR von den Gesellschaftern Undine Heim (geb. Nösse) und Silvio Heim weitergeführt. 1999 wurde in der Hindenburger Straße auch der Jungrinderbereich neu gebaut. Alle Kälber und Jungrinder zogen von der Hofstelle zur Milchviehanlage um. Weitere Investitionen folgten.

Durchschnittsleistung liegt bei 8914 Kilogramm Milch

Zum Betrieb gehören heute 120 Milchkühe und 120 weibliche Nachzuchttiere. Die Herdenleistung lag im Jahr 2013 bei durchschnittlich 8914 Kilogramm Milch mit 4,14 Prozent Fett und 3,47 Prozent Eiweiß. Das Erstkalbealter liegt bei 13,9 Monaten. Auf den Flächen des Betriebes werden unter anderem Wintergerste und Winterweizen, Hafer, Triticale, Winterraps, Silomais, Zuckerrüben und Zwischenfrüchte angebaut. Dauergrünland gehört ebenfalls mit zu den bewirtschafteten Flächen. In dem Familienbetrieb arbeiten mittlerweile drei Generationen.