Jahrzehnte galt Walsleben als eines der besten Beispiele für den Erhalt der Pfingstochsen-Tradition. Mit Freddy Lasts Akkordeon und Jugendwehr ging es von Haus zu Haus. Inzwischen hat der Bürgermeister-Cup dieser Tradition den Rang abgelaufen. Fakt ist, Tradition wird in Walsleben hoch gehalten.

Walsleben l Sonntagmittag begrüßte die Vorsitzende des SV Eintracht Walsleben, Kerstin Vorlop, am Eichengrund Fußballfreunde aus nah und fern. Zwar waren nicht wie sonst 14 Mannschaften, sondern "nur" zehn am Start, aber Vorlop zeigte sich zufrieden: "Diejenigen, die ausfallen, feiern entweder Konfirmation oder bleiben wegen Krankheit oder Hitze weg. Das ist okay."

Im Vorjahr hatten die Schiedsrichter den Cup geholt und wollten den Titel jetzt natürlich verteidigen. Neben dem 12-minütigen Fußballmatch in zwei Gruppen galt es, im Sonderwettbewerb am schnellsten zu sein. Wer die Idee dafür hatte, weiß Kerstin Vorlop nicht mehr so genau. Das Spiel lief wie folgt ab: Eine Mannschaft (bestehend aus fünf Spielern und dem Torwart) umringte einen Fußball und musste sich drehend, ohne dass der Ball den Kreis verließ, in Richtung Fußballtor bewegen. Bis zum Treffer. Das Team Huth-Wißwe (Familien aus Bertkow und Walsleben) lag dabei mit 14,75 Sekunden vor Team Meseberg (16,44 Sekunden) und der Montagsgang (20,37 Sekunden). Bis beim Fußballspiel selbst der Sieg errungen war, dauerte es allerdings mehrere Stunden. Im ersten Halbfinale traten dann die Walslebener Herren gegen die Schiedsrichter an und bezwangen diese nach 9-Meter-Schießen.

Im zweiten Halbfinale standen sich Jugendclub und Huth/Wißwe gegenüber, wobei letztere das Spiel für sich entscheiden konnten. Im Spiel um Platz 3 triumphierten die Schiedsrichter nach 9-Meter-Schießen über den Jugendclub. Im Endspiel besiegten Huth/Wißwe die Walslebener Herren in der vorletzten Spielminute durch einen Treffer von Patrick Huth mit 1:0.

"Das Turnier ist sehr fair verlaufen. Viele haben sich bedankt für unser Fest und die gute Organisation. Das freut mich natürlich sehr", bemerkte Kerstin Vorlop. Sie gratulierte am Ende des Tages außerdem dem Dorfmeister im Luftgewehrschießen Björn Heizenreder (46 Ringe) aus Klein Schwechten. Auf dem 2. Platz landete Mario Meyer aus Seehausen (46 Ringe, Trefferbild war entscheidend) und auf dem 3. Platz Mario Grünwald aus Walsleben (45 Ringe). Für den ordnungsgemäßen Ablauf mit fünf Schuss auf vier Meter Entfernung sorgten die Mitglieder der Schützengilde Osterburg. Je nach Platzierung durften sich die Teilnehmer des Turniers Sachpreise aussuchen.

Aber auch an die kleinen Gäste hatte der Verein gedacht. Helmut Sasse, der jahrelang mit seinen Rohrbecker Fußballern mitmischte, ist ein so großer Fan des Cups, dass er vorschlug, die Kinder ebenfalls zum sportlichen Vergleich einzuladen. Damit rannte er bei Vorlop offene Türen ein. 17 Kinder aus den Ortschaften Wahrburg (Stendal), Klein Schwechten, Iden und Walsleben wurden in vier Mannschaften aufgeteilt. Jeder spielte gegen jeden. Sieger des Kinderturniers wurde Team Orange. Holger Winkel von TUS Wahrburg kam gern mit seinem Team: "So haben die Kinder, die noch nicht bei Punktspielen mitmachen, auch mal Turnierstimmung."

Für die Zugucker stand Kinderbelustigung und Spaß auf der Hüpfburg auf dem Programm. Die meisten aalten sich aber im Schatten und schleckten Eis, während sie das Spiel auswerteten. Die Gastgeber freuen sich schon jetzt auf den Nachschlag im nächsten Jahr.

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