Osterburg (fsc) l Das 22. Schützenfest der Osterburger Gilde zu Osterburg war, wie schon in den Jahren zuvor, ein eher gemütliches Beisammensein der Schützenbrüder und -schwestern als ein großes Spektakel unter Anteilnahme der Bevölkerung. Zur Proklamation der neuen Majestäten, Ritter und des Bürgerschützenmeisters hatten sich nur wenige Biesestädter auf der Wiese an der Ballerstedter Straße eingefunden, um den jährlichen Höhepunkt der Schützentradition mitzuerleben. Zuvor hatte im Vereinslokal "Zur Sachsenfalle" das interne Königsfrühstück stattgefunden, das der bisherige Schützenkönig Peter Tschechne gegeben hatte.

Zur Proklamation waren Abordnungen von befreundeten Schützenvereinen angereist, die neben Glückwünschen auch kleine Geschenke für den neuen Schützenkönig dabei hatten. Es gratulierten die Schützengesellschaft zu Arendsee von 1817, die Schützengilde zu Werben von 1750, der KK-Schützenverein Goldbeck, die Schützengilde Seehausen (Altmark) von 1824, die Wittenberger Schützengilde von 1582 und die Schützengilde Bismark von 1751. Und da bei solchen Anlässen auch der Ton die Musik macht, war in diesem Falle die Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr Werben erschienen. Da sich der Bürgermeister der Einheitsgemeinde Nico Schulz derzeit im Urlaub befindet, ergriff der Ortsbürgermeister Klaus-Peter Gose das Wort, selbst Mitglied der Osterburger Gilde. "Ich wünsche allen Schützen weiterhin eine ruhige Hand und ein gutes Auge, dass wir auch künftig unsere Besten im Sportschießen ermitteln werden", sagte er vor den angetretenen Vereinen. "Der Schießsport hat in Deutschland eine lange Tradition; wir leben diese Tradition und sind ihr verpflichtet, auch wenn ihr zu deren Fortbestand die Politik leider nicht mehr die nötige Aufmerksamkeit schenken will."

Koeppen und Matthäus werden zu Rittern ernannt

Proklamiert wurden der Schützenkönig Klaus-Peter Gose, der erste Ritter Detlef Koeppen und der zweite Ritter Jörg Matthäus. Für die Würde des Jugendschützenkönigs und seiner beiden Ritter hatte es keine Bewerber gegeben. Kinderschützenkönig wurde Amtsinhaber Max Gögelein; für seine beiden Prinzen gab es ebenfalls keine Bewerber. Chris Pätsch ist nun offiziell Bürgerschützenmeister. Peter Tschechne überreichte seinem Amtsnachfolger Klaus-Peter Gose die Insignien der Königswürde: die beiden Königsketten und Schärpe sowie den Pokal. Gose bemerkte, es habe wohl in der Osterburger Stadtgeschichte kein weiteres Beispiel dafür gegeben, dass der Ortsbürgermeister Schützenkönig geworden ist.

Nach einem dreifachen Salut aus den Büchsen von Uwe Gögelein, Günter Geiersbach und Wolfgang Böhm gingen die Schützen und ihre Gäste, angeführt von der Feuerwehrkapelle, zum gemütlichen Teil des Festes auf dem Hof der "Sachsenfalle" über. Dazu war auch die Bevölkerung eingeladen.