In einer Volksstimme-Serie greift die Idener Verhaltenstherapeutin für Hunde, Sibylle Jacob, Themen auf, die Hunde- haltern grundlegendes Wissen für das Zusammenleben mit ihrem Vierbeiner und dessen Erziehung an die Hand geben sollen, aber mitunter auch mit Irrtümern aufräumen. Heute schreibt Sibylle Jacob über die sinnvolle Beschäftigung mit dem Hund.

Jede Hunderasse hat bestimmte Ansprüche wenn es um artgerechte Beschäftigung geht. Mit einem Labrador oder Setter kann der Wassersport zu einem einzigartigen Erlebnis werden, und nicht nur Hunderassen, die für die Jagd gezüchtet worden sind, lieben das Suchen und Apportieren von Gegenständen. Einige Border Collies sind super beim Agility, doch so manch ein Mischlingshund schlägt jeden extra für eine bestimmte Aufgabe gezüchteten Rassehund haushoch. Denn jeder Hund als eigenständiges Individuum hat wiederum seine eigenen Ansprüche, je nach Wesen, Charakter und Alter. Eines aber haben alle Hunde gemeinsam –den Bedarf an geistiger Auslastung, der oft zu wenig Beachtung findet.

Neue Kommandos lernen und diese bei jeder Gelegenheit abfragen, fordern den Hund und machen über positive Bestätigung ausgeführt allen Spaß.

Man kann das Futterstück-Fangen trainieren. Hierbei wird auch gleich der Blickkontakt geübt. Erst wenn dieser vorhanden ist, wirft man dem Hund ein Stück zu. Auf diese Art kann man üben, dass sich der Hund auch beim Spazierengehen in der Nähe des Hundehalters aufhält und sich nicht zu weit entfernt. Was soll er auch woanders, wenn es die tollen Sachen doch direkt beim Menschen gibt. Auch hier locken wir nicht mit Futter, sondern bestätigen sofort, wenn wir die Aufmerksamkeit unseres Hundes haben. Bei Hunden, die draußen sofort eigenständig durchstarten, nimmt man bei dieser Übung die Leine zur Sicherung. Schaut sich der Hund nach dem Hundehalter um, wirft man ihm wieder ein Futterstück zu. Je nach Orientierung des Hundes wird die Leine dann verlängert.

Bei Suchspielen bitte kein Futter verstecken und suchen lassen. Hier würde sich der Hund eigenständig seine Nahrung beschaffen und diese soll er ja nur über den Menschen erhalten.

Eine Agilitystunde für den Hund kann jeder im Wald aufbauen: herum um den Baum laufen, über den Baumstumpf springen, auf dem Baumstamm balancieren, absitzen, herankommen und so weiter.

Manch einer lässt seinen Hund neben oder hinter dem Auto herlaufen. Das ist nicht nur laut Straßenverkehrsordnung verboten, sondern auch verantwortungslos, da der Hundehalter keinerlei Kontrolle über seinen Hund hat. Jeder Hund sollte sich natürlich auch mehrmals am Tag im Freien austoben können. Das kilometerweite stupide Neben-dem-Rad-Herlaufen für körperlich ausgewachsene Hunde muss dem Alter und der Rasse des Hundes angepasst sein und sollte nur einen Teil der gemeinsamen Aktivitäten darstellen.