Flessau (rf). Der Landtagswahlkampf hat begonnen, und die Politiker lassen sich verstärkt an der Basis sehen. So auch der Spitzenkandidat der Partei Die Linke, Wulf Gallert, der sich am Donnerstag in der integrativen Kindertagesstätte der Osterburger Lebenshilfe in Flessau darüber informierte, wo der Schuh drückt.

Ohne zu jammern, konnten ihm Lebenshilfe-Geschäftsführerin Regina Bahlke und Tagesstättenchefin Gabriele Hoffmann einiges mit auf den Weg geben. Unter anderem, dass freie Träger gegenüber kommunalen Kitas in Sachen Ausstattung und Finanzierung benachteiligt wären, dass die Pauschalen für die integrativen Plätze – bei den "Waldzwergen" sind das in Hort und Kita 22 von 103 – künftig noch weiter gesenkt werden sollen oder dass sie angesichts des freien Schuleinganges einige Bildungseinrichtungen mit der Aufnahme von Kindern mit Behinderungen etwas überfahren sehen. Außerdem befürchten sie, dass die Akzeptanz von benachteiligten Kindern, die in vielen Tagesstätten auch bei den Eltern längst selbstverständlich ist, in den Grundschulen noch nicht ganz angekommen ist. Die Erfahrungen konnte Gallert zum Teil aus eigenem Erleben bestätigen. Der an Kinderförderung sehr interessierte Politiker glaubt mit Blick auf die demographische Entwicklung aber auch, "dass die Chance für eine gesellschaftliche Debatte heute besser als früher ist".