Seehausen/Geestgottberg (apu). Die Hochwasserlage am Aland und am Zehrengraben spitzt sich zu. Vom Mittwoch zum Donnerstag ist der Wasserspiegel im gesamten Raum Seehausen weiter angestiegen. Seit gestern Nachmittag ist allerdings eine Stagnation zu verzeichnen. Der Zulauf aus dem Einzugsgebiet und der Ablauf in die geöffneten Polder hält sich etwa die Waage.

LHW-Flussbereichsleiter Hans-Jörg Steingraf rechnet damit, dass der Stagnationszustand etwa fünf Tage andauern könnte. Dann sei auch die Aufnahmekapazität der Polder erschöpft. Es sei nicht auszuschließen, dass dann der Wasserspiegel noch weiter ansteigt. "Wir hoffen aber, dass möglichst bald die Vorflut in die Elbe wieder gegeben sein wird, also das Aland-Abschlussbauwerk geöffnet werden kann, damit wieder Wasser aus dem Alandschlauch abfließen kann", so Steingraf. Und er fügt hinzu: "Am Aland herrscht eine gefährliche Situation. Auf den Deichen lastet ein Druck, den es bisher nicht gegeben hat. Problematisch dabei ist, dass die Deiche zum Teil noch alt und stark gefährdet sind." Heute beginnt eine Sicherungsmaßnahme am Deich nahe der Alandbrücke Scharpenhufe.

Hilfe für vom Wasser eingeschlossene Frau

Auf vielen Grundstücken in der gesamten Region steht das Wasser bereits auf den Grundstücken oder sogar direkt an Wohnhäusern. Die Feuerwehr startete gestern eine Hilfsaktion für eine Rentnerin aus Geestgottberg. Maria Fenske wohnt in der Alandstraße in einem Haus, das mittlerweile vom Wasser eingeschlossen ist. Mit einem Boot besuchten Kameraden der Feuerwehr Schönberg die 64-Jährige, um ihr zu helfen. Mit an Bord auch der Bürgermeister der Hansestadt Seehausen, Ewald Duffe. Er versorgte die Frau, die ihr Haus und Grundstück nicht verlassen möchte, mit Proviant. Die Heizung des Eigenheimes ist ausgefallen. Ab heute ist der Sohn der Rentnerin vor Ort, um seiner Mutter zu helfen.

Eine weitere Hilfsaktion fand gestern ebenfalls in Geestgottberg statt. An der "Aland-Ranch" von Familie Rose nahe der B189 ist das Wasser ebenfalls bedrohlich angestiegen. Die Pferde der Familie waren bereits zum Wochenbeginn "evakuiert" worden. Aber Roses betreiben auch eine Emu-Zucht und die scheuen Vögel ließen sich bisher nicht einfangen. Auf der eingezäunten Wiese standen die Vögel gestern bereits im Wasser. Mit der Feuerwehr und weiteren Helfern wurden die Tiere durch das Wasser auf sichern Boden des Grundstücks getrieben.

Wie Horst Sandmann vom Hochwasser-Krisenstab bei der Verbandsgemeinde Seehausen auf Nachfrage mitteilt, fehlen in einigen Orten entlang des Alands noch Deichwachen. Wer bei der Deichbegehung helfen möchte, wird gebeten sich bei der Verbandsgemeinde Seehausen (Telefon: 039386/982-61 oder -62) zu melden.