Unter anderem der Landkreis Stendal hat mit Blick auf die Umsetzung der Schulentwicklungsplanung beschlossen, mittelfristig in der Verbandsgemeinde (VG) Arneburg die drei Grundschulstandorte zu erhalten. Der Verein Werben für Kinder hat nun ein Modell vorgelegt, in dem - unter Beachtung der Landesvorgaben - in der VG vier Grundschulen dauerhaft zu erhalten wären. Dazu müssten die Schuleinzugsbereiche geändert werden.

Werben/Goldbeck l Die Festlegung auf den Erhalt der drei Grundschulstandorte Arneburg, Goldbeck und Iden durch den Beauftragten und schließlich auch durch den Landkreis Stendal, galt bisher offiziell als einzige mögliche Variante, um die neuen Landesvorgaben hinsichtlich der Schülerzahlen zu erfüllen. Dies ist laut Beschluss mit der Schließung der Grundschulen in Hohenberg-Krusemark, Sanne, Werben und Rochau ab dem kommenden Schuljahr verbunden - wobei Rochau mit Blick auf den geplanten Schulneubau in Goldbeck noch eine Ausnahmegenehmigung als Außenstelle erhielt.

Der Verein Werben für Kinder und auch der Werbener Stadtrat wollten sich mit dieser Lösung jedoch nie abfinden. Mitglieder des Vereins haben die zu erwartenden Schülerzahlen in den einzelnen Orten noch einmal genau angesehen und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass vier Grundschulen in der VG erhalten werden könnten. Die Schulstruktur sähe dann allerdings deutlich anders aus als bisher vorgesehen. Vereinsmitglieder und Werbens Bürgermeister Jochen Hufschmidt stellten das Modell am Donnerstag bei einem Pressegespräch vor.

Schulen in Rochau, Werben, Arneburg und Krusemark?

Wie Hufschmidt erläuterte, waren die aktuell zu erwartenden Schülerzahlen in den Orten und Schuleinzugsbereichen kürzlich unter anderem noch einmal Thema während einer Sitzung des Schul- und Sozialausschusses der VG. "Dabei gab es Überraschungen, weil die Verteilung der Schüler auf die einzelnen Standorte nach bisheriger Aufteilung der Einzugsbereiche stark verzerrt ist. Auf Arneburg würden demnach 147 Kinder, auf Goldbeck-Rochau 92 und auf Iden 70 Kinder entfallen. Der Verein Werben für Kinder hat dies zum Anlass genommen, der Sache noch einmal auf den Grund zu gehen. Das Ergebnis: Ohne Zweifel ist es möglich, durch eine einfache Veränderung von Schuleinzugsbereichen noch über Jahre vier Grundschulstandorte in der VG zu erhalten."

Hufschmidt fügte hinzu, dass der Elternrat der Grundschule Werben und mehrere Werbener Vereine sich bereits am 19. April mit einer Petition an den Landtag von Sachsen-Anhalt gewandt hatte, in dem der Erhalt der Grundschule Werben erneut nachdrücklich gefordert und die bisherige Entscheidungsfindung hinsichtlich der Festlegung auf die drei Grundschulstandorte scharf kritisiert wird - insbesondere die Tatsache, dass die Entscheidungen auf den verschiedenen Ebenen immer ungeprüft übernommen worden seien.

Sanierungszustand der Schulen wichtiger Aspekt

Wie die Vereinsvorsitzende Ines Bergmann erläutert, wurden die Vorschläge zur Neufestlegung der Schuleinzugsbereiche auch unter dem Gesichtspunkt des derzeitigen Sanierungszustands und des Platzangebots der Schulen gemacht. Laut Modell des Vereins wären die Schulen in Arneburg, Hohenberg-Krusemark, Rochau und Werben zu erhalten. Hufschmidt weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Goldbeck aufgrund seiner Haushaltslage um die Stark-III-Förderung für den Schulneubau bange. Und sollten sich Goldbeck und Iden zusammenschließen, dann gäbe es in der gesamten VG nur noch zwei Grundschulen.

Wie Bergmann weiter ausführt, gebe es bis 2018 in der VG Arneburg-Goldbeck jährlich zwischen 282 und 309 Grundschulkinder. "Ab 2017 sollen in Sachsen-Anhalt Schulverbünde möglich sein, so dass dauerhaft vier Grundschulen in der VG erhalten bleiben könnten. Das würde der Entvölkerung entgegenwirken." Diese Aufteilung der Schuleinzugsbereiche wäre aus Sicht des Vereins auch aus Sicht des Schülertransportes günstig. Denn im Zentrum der VG, in Goldbeck, befinde sich die Sekundarschule. Bergmann: "Der Transport kann dann so organisiert werden, dass die Sekundarschüler morgens aus der Peripherie nach Goldbeck gefahren werden und die Grundschüler dann von dort in die Grundschulen, die dann - bis auf Hohenberg-Krusemark - in den Randgebieten lägen. Das wäre allemal wirtschaftlicher als der sich nun anbahnende Schülertransport."

Petition an Landtag mit aktuellen Infos ergänzt

"Die Petition vom 29. April an den Landtag wurde inzwischen mit diesen aktuellen Informtionen ergänzt", informierte Nicole Gerber vom Verein Werben für Kinder.

"Es zeigt sich, dass das derzeitige Modell des Erhalts von drei Grundschulstandorten nicht zukunftsfähig ist - auch mit Blick auf die Tatsache, dass Arneburg zweizügig baut und dabei in Kauf nimmt, dass andere Standorte plattgemacht werden, was für großen Unmut sorgt. Interessant ist, dass unser Modell bei Einhaltung der Vorgaben des Kultusministeriums machbar und zukunftsfähig ist", so Hufschmidt abschließend.