Krumke (fsc) l Hits der 60er und 70er Jahre hatten die vier Musiker der Band "Organice" am Freitagabend in das Café des Kavaliershauses nach Krumke mitgebracht, wo sie eine neue Folge der beliebten, von Wirtin Annegret Spillner seinerzeit ins Leben gerufenen Veranstaltungsreihe "Töne und Tropfen" gestalteten.

Man sah den vier Musikern - Frank Westphal (Hammondorgel), Philipp Straske (Gitarre), Martin Moog (Tenorsaxophon) und Thomas Jegodtka (Drums) - die Spielfreude und das damit verbundene virtuose Agieren mit ihren Instrumenten schon bei den ersten Takten an.

Hingucker und -hörer bei der Musik des Quartetts war die betagte Hammondorgel, Baujahr 1969, Modell B 3, die die Vertreter der älteren Jahrgänge an ihre "wilde" Tanzbodenzeit erinnerte und die Plattenfreunde aufhorchen ließ. Zu dem gewichtigen drei Zentner schweren Instrument gehört ein weiterer "Kasten" mit dem sich drehenden Leslie-Lautsprechersystem, das die Klänge praktisch in jedes Ohr transportiert. Als Ersatz für Pfeifenorgeln hatte man einst solche preisgünstigeren Instrumente in amerikanischen Kirchen für Gospel-Musik verwendet. Von dort breiteten sie sich auch in anderen Musikstilrichtungen wie Rock, Blues, Soul, Reggae und so weiter aus.

Hammondorgel gehört zu den seltenen "Exoten"

Heute gehören Hammonds zu den ganz seltenen "Exoten" in den Bands. Frank Westphal beherrschte seins meisterhaft, wie sich im Laufe des Abends zeigte. Neben gecoverten Kompositionen in der Szene bekannter Leute wie Booker T., Jimmy Smith und anderer Klassiker brachte das Quartett, das sich 1999 in Hildesheim gegründet hatte, auch eigene Stücke zu Gehör, eine Mischung von Blues, Swing, Soul und Bossa, von gefühlvoll bis furioso. Der Beifall kam von Vertretern aller Altersstufen, die Jauchzer dazwischen von der jüngeren Generation. Annegret Spillner hielt wie immer zu den Tönen gute Tropfen bereit und als Snacks Kartoffelspalten aus der heißen Pfanne mit verschiedenen Dips.

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