Wer auf dem Meseberger Friedhof ein Grab pflegt, kann den kompostierbaren Abfall derzeit direkt vor Ort entsorgen. Noch. Weil auch anderer Abfall auf dem Friedhof bleibt, gerät die komfortable Regelung in Gefahr.

Meseberg l Vordergründig scheint alles zum Besten bestellt. Doch der sehr gepflegte Zustand des Meseberger Friedhofes verdeckt nicht das Bild vor dem Abfallproblem, dass Ortsbürgermeisterin Helga Beckmann und die Mitglieder des Ortschaftsrates seit geraumer Zeit beschäftigt. "Wir räumen Einwohnern, die hier Grabpflege betreiben, die Möglichkeit ein, kompostierbaren Abfall in einer Umfassung direkt vor Ort zu entsorgen. Immer häufiger landet dort aber auch anderer Müll", erzählt Helga Beckmann. Die Ortschefin zeigt auf Pflanzenbehälter oder Paletten, die sich längst benachbart zu verdorrendem Grün oder verwelkenden Blumen in der Umfassung stapeln. Hinterlassenschaften aus Plaste, die nichts auf dem Kompost zu suchen haben und Extra-Entsorgungskosten verursachen.

Ortspolitiker warten noch ab

Letzteres bringt die Meseberger Ortspolitiker zusätzlich in eine schwierige Situation. Denn der Friedhof befindet sich in Trägerschaft der Kommune. Gleiches gilt sonst nur noch für seinen Krumker Pendant. "Und dort gibt es wie übrigens auch auf vielen kirchlichen Friedhöfen nicht die Möglichkeit, den kompostierbaren Abfall zu entsorgen. Die Menschen nehmen ihn mit nach Hause", berichtete die Meseberger Ortsbürgermeisterin.

Helga Beckmann ist davon überzeugt, dass Einwohner aus ihrem Dorf den Plaste-Müll und anderen nicht kompostierbaren Abfall hinterlassen. Als Meseberg 2009 die Eigenständigkeit einbüßte und Teil der Einheitsgemeinde Osterburg wurde, sei dieses Problem erstmalig spürbar aufgetreten. Spätestens in diesem Frühjahr habe sich die Menge des hinterlassenen nicht kompostierbaren Abfalls so vergrößert, dass er zum Thema im Ortschaftsrat avancierte. Mittlerweile erwägen die Meseberger Ortspolitiker ernsthaft, von der bisherigen Regelung Abstand zu nehmen. Mit der seit jeher eingeräumten Möglichkeit, Pflanzen- und Blumenreste noch auf dem Friedhof zu kompostieren, wäre es dann vorbei.

Ein endgültiger Schlussstrich ist aber nicht gezogen. "Wir setzen immer noch darauf, dass die betreffenden Einwohner ein Einsehen haben und zukünftig ihre Pflanzenbehälter und ähnlichen Abfall nicht mehr auf dem Friedhof zurücklassen", sagte Helga Beckmann. Die Ortsbürgermeisterin und ihre Ratskollegen wollen bis zum Jahresende beobachten, ob sich der Zustand verbessert. "Wenn das nicht der Fall ist, steht das Thema dann ganz sicher noch einmal auf der Agenda", kündigte die Meseberger Ortschefin abschließend an.