Erxleben l Doppelte Überraschung für die Eltern der Brüder Andreas und Jörg Bethge aus Erxleben: zwei Mal Hochzeit im Mai! Am Wochenende feierten die frisch Vermählten ihre Eheschließung im Dorfgemeinschaftshaus mit Verwandten und Freunden.

Schiffsführer Andreas Bethge hatte die Hochzeit mit seiner Anke auf dem Brocken schon anderthalb Jahre im Voraus geplant. "Auf dem Brocken sind ja nur fünf, sechs Hochzeiten im Jahr. Da muss man sich mit der Anmeldung beeilen", erzählte er. Nur wusste niemand davon. Warum eigentlich fiel die Wahl auf den Brocken? "Wir haben uns in den Harz verliebt", verriet der Erxlebener. Seine Braut hatte der 43-Jährige fünf Jahre zuvor beim Hafenfest in Dömitz kennen gelernt. "Wo wir beide gar nicht hin wollten", erzählte er. Inzwischen ist er mit der Einzelhandelskauffrau in Melbeck bei Lüneburg zu Hause. Am 2. Mai gaben sie einander das Ja-Wort. Verwandte und Freunde waren baff, als sie das Hochzeitsfoto vom Brocken in der Volksstimme entdeckten. Es regnete Glückwünsche, und die Dankeschön-Feier für die Geschenke wurde für den 21. Juni angesetzt.

Ihre Hochzeit im Mai hatten auch Bruder Jörg (45) und Kati Reichert (42) aus Greifswald geplant. Nur etwas kurzfristiger. Die Ostseefans kamen sich vor elf Jahren näher, als Kati Reichert auf Poel einen Tauchkurs gab. Nach drei Tagen war klar, das ist für immer, beschrieb die Braut. Einen Monat später zog der Umweltschutztechniker nach Berlin, wo seine Braut ihr Architekturstudium abschloss. Mittlerweile sind sie in Michendorf in ihr eigenes Haus gezogen.

In Wildenbruch wollten sie am 46. Hochzeitstag der Eltern der Braut vor den Traualtar treten, nämlich am 31. Mai. Um nichts zu verraten und Eltern und Bruder anzulocken, lud Kati Reichert zur Nachfeier ihres Geburtstages ein und kündigte eine kleine Überraschung an.

Doch Andreas Bethge meinte erst einmal, dass sie sich ja sowieso zu Pfingsten sehen und nicht extra kommen würden. Nun ließ die Braut die Katze aus dem Sack und fragte, ob sie sich bei der Nachfeier in Erxleben einklinken könnten. Jetzt war alles klar. Allein die Eltern waren ahnungslos. Längst hat im Ort die Runde gemacht, dass Bethges Jungs unter der Haube sind. Geheiratet haben sie zwar heimlich, aber die Feier in der Heimat war Ehrensache.