Beide Blockheizkraftwerke stehen für den Einbau bereit: Auf dem Komplex der Landessportschule realisieren die in Gründung bestehenden Energiewerke Osterburg ihr zweites Projekt.

Osterburg l Sie ist robust. Und fast lautlos. "Nur die Vibrationen sind natürlich wahrzunehmen", erklärte David Zielinski gestern im Technikraum des Osterburger Schwimmbades. Dort steht die in Dänemark hergestellte 20-KW-Anlage, die in den kommenden Tagen angeschlossen werden und somit für eine Einsparung auf dem Energiesektor sorgen soll.

Der Avacon-Betriebsleiter und Geschäftsführer Volkmar Behr informierte Osterburgs Einheitsgemeinde-Bürgermeister Nico Schulz über die technischen Details. Das zweite Blockheizkraftwerk ist größer, hat mehr Leistung und versorgt künftig das Haupthaus der Sportschule mit Strom. Die 1,8 Tonnen schwere 50-kW-Anlage wurde gestern Vormittag angeliefert. Und geht ebenfalls im nächsten Monat ans Netz.

Auf den offiziellen Startschuss dieses Vorhabens, das ein finanzielles Volumen von etwa 160000 Euro besitzt, stießen gestern neben dem Stadt-oberhaupt und den Verantwortlichen der Avacon Natur auch Stadtwerke-Geschäftsführer Detlef Zimmermann und Frank Falkner, Leiter der Landessportschule, mit einem Gläschen Sekt beziehungsweise O-Saft an. Das zweite Projekt der in Gründung befindlichen Energiewerke Osterburg, an denen die Kommune 51 Prozent und die Avacon Natur 49 Prozent der Anteile halten, senkt nicht nur die Energiekosten - die Stadt beteiligt sich an den Bewirtschaftungskosten des Hallenbades -, sondern leistet einen nicht unwesentlichen Teil für den Umweltschutz.

150 Tonnen CO2 werden eingespart

Die beiden Blockheizkraftwerke, die sich die sogenannte Kraft-Wärme-Kopplung zunutze machen, sparen laut Zielinski rund 150 Tonnen des Klimakillers Kohlendioxid pro Jahr ein. Nicht nur deswegen konnte das Gemeinschaftsunternehmen den Landessportbund (LSB) mit ins Boot holen und ihn von dieser Idee überzeugen. "Seit fünf Jahren diskutieren wir intern dieses Thema", sagte Falkner zu den schon länger geplanten Überlegungen des LSB, den Komplex auf dem Fuchsbau effektiver und somit energiesparender zu betreiben. "Da der Schritt gewollt war, hat die Stadt bei uns offene Türen eingerannt", blickte Falkner auf die Offerte der Kommune und ihrer Energiewerke zurück. Aus eigener Kraft wäre die Realisierung für den LSB nur schwer möglich gewesen.

Die Energiewerke Osterburg werden die beiden Anlagen auf dem Fuchsbau übernehmen. Diese haben "noch den Status in Gründung", informierte Schulz über den fast abgeschlossenen Vorgang. Am vergangenen Freitag unterzeichneten Zimmermann, Behr und Alfred Schaper, ein weiterer Geschäftsführer der Avacon Natur, in Osterburg den Notar-Vertrag. Mit dem Eintrag ins Handelsregister, der in den kommenden Tagen erfolgen soll, ist die Unternehmensgründung abgeschlossen. Nach der im Sommer des Vorjahres realisierten Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Grundschule am Hain bedeuten die beiden Blockheizkraftwerke im Schwimmbad und im Haupthaus der Landessportschule Projekt Nummer zwei.

Die beiden aus einem mit Erdgas angetriebenen Verbrennungsmotor, Generator und Kühlkreislauf bestehenden Anlagen können ihren Dienst 24 Stunden leisten, wobei rund 5000 Stunden im Jahr eingeplant sind. Und: "Sie werden fernüberwacht", so Zielinski. Avacon Natur hätte in der Vergangenheit nur gute Erfahrungen mit diesen Geräten gemacht. Und auch die von den Anlagen ausgelösten Vibrationen werden gedämpft - so werden sie kaum spürbar sein. Nur bei den Einsparungen.