Mit einem Fahrradkorso demonstrierten am Freitag in Werben Kinder und Erwachsene erneut für den Erhalt der örtlichen Grundschule. Mit bunt geschmückten Rädern ging es klingelnd zum Freibad.

Werben l Rund 100 Teilnehmer versammelten sich am Rathaus. Kurz nach 17 Uhr gab Simone Voss vom Verein Werben für Kinder mit dem Megafon die Route bekannt und gab das Startsignal. Unter anderem durch die Lange Straße, die Kirchstraße, über den Marktplatz und durch die Seehäuer Straße ging es zum Kundgebungsort. Der Eingangsbereich des Freibades wurde diesmal dafür auserkoren.

Mit einer sehr aufmunternden Rede wandte sich Werbens Bürgermeister Jochen Hufschmidt an die Demonstranten. Wie er ausführte, sei er in letzter Zeit von Bürgern gefragt worden, ob das Demonstrieren überhaupt noch sinnvoll sei, nachdem das Aus für die Schule beschlossen wurde. Das habe ihn dazu veranlasst, zehn Gründe aufzulisten, warum es sich lohne, weiter zu kämpfen. Unter anderem sagte Hufschmidt: "Erstens: wer aufgibt, hat schon verloren. Zweitens: diese Schule ist für die Stadt und die Familien von solcher Bedeutung, dass sich die Bürger engagieren müssen. Wir lassen uns die Schule nicht kampflos nehmen!" Ein weiteres Argument enttäuschter Menschen, so der Bürgermeister, sei, dass "die da oben" sowieso machen was sie wollen.

"Politik hat im Sinne der Bürger zu handeln."

Jochen Hufschmidt

Aber das sei die falsche Denkweise. "Wir sollten die Politiker in die Pflicht nehmen. Denn die Politik hat im Sinne der Bürger zu handeln." Bezugnehmend auf die Fußbll-WM ergänzte Hufschmidt: "Was unsere Schule betrifft, ist noch nichts endgültig entschieden. Über Sieg und Niederlage entscheidet oft das Nachspiel." Mittlerweile zeige sich, wie unsinnig die auf Ebene der VG und des Kreises getroffenen Entscheidungen zur Schulentwicklung seien. Durch die Festlegung der Schuleinzugsbereiche seien auch die in der Planung verbliebenen Schulstandorte Goldbeck beziehungsweise Iden gefährdet - zu Gunsten des geplant zweizügigen Ausbaus der Arneburger Schule. Diese ungleichmäßige Verteilung sei unsinnig. Der Verein Werben für Kinder habe errechnet, dass mit einer geänderten Aufteilung der Einzugsbereiche vier Grundschulen erhalten werden könnten. "Unsere Argumente zeigen mittlerweile Wirkung - vor allem auf Landesebene. Übrigens beeindrucken auch unsere Demonstrationen. Wir erwarten Besuch von Staatssekretären und sogar vom Ministerpräsidenten."

"Wir sind in der Nachspielzeit. Es gibt keinen Grund, das Spiel aufzugeben", so Hufschmidt abschließend unter dem kräftigen Beifall der Anwesenden. Die achte Freitagsdemo für die GS Werben ist in drei Wochen geplant.

 

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