"Made in Germany", Teil fünf: Wieder einmal war Deutsch-Pop in Osteburg angesagt. "Mia" Co. sorgten für beste Stimmung unter den meist jugendlichen Besuchern.

Osterburg l Die Zeichen standen nicht so günstig wie die Jahre zuvor: Für die fünfte Auflage des "Made in Germany"-Festivals auf dem Osterburger Fuchsbau engagierten die Organisatoren mit sechs Bands nur noch fast halb so viele wie bei den ersten Open-Air-Veranstaltungen dieser Art. Und auch die Wetterprognosen waren nicht gerade die sonnigsten.

Doch sowohl das Wetter als auch die Stimmung hätten am Freitagabend kaum besser sein können. Und so ging auch das Konzept der Veranstalter voll auf. Anstatt auf ein riesiges Line-up zu setzten, wurde der Wunsch der Fans erhört und eine richtige Open-Air Bühne für die Auftritte der Bands aufgebaut. Damit die Party auch während der Umbaupausen weiter ging, sorgte ein DJ-Team im Festzelt für Stimmung.

Den Anfang des Abends machten die Gewinner des New Music Award 2013, "Exclusive" aus München. Die Band überzeugte mit einem Sound aus schweren Bässen, rauen Gitarren und minimalen Beats mit deutschen Texten.

Klaas gab zu, etwas "Schiss" zu haben

Getreu ihrem Namen zündeten "Rakede" dann auch mit ihrer Live-Performance ein wahres Sound-Feuerwerk, bis sie auch mit ihrer Single "St. Tropez" die letzten Besucher zum Springen brachten.

Entgegen der anfänglichen Skepsis konnten die Brüder Samson und Chelo der Band "Sam" auch am Freitag besonders bei den jungen weiblichen Fans Begeisterungstürme auslösen. Gekonnt spielten sie mit dem Publikum.

Und der nächste Höhepunkt ließ nicht lange auf sich warten. Zwar verriet "Circus Halligalli"-Star Klaas Heufer-Umlauf noch kurz vor seinem Auftritt grinsend "tierisch Schiss zu haben, dass Joko mir wieder einmal auflauert". Anschließend legte er mit Mark Tavassol, dem Musiker und Gitarristen der Gruppe "Wir sind Helden" und ihrer gemeinsamen Band "Gloria", aber einen perfekten Auftritt hin. Und bewies, dass er nicht nur den Spaßvogel neben Joko Winterscheidt geben, sondern auch richtig gut singen kann. Die Fans dankten es ihm, indem sie bei Stücken wie "Eigenes Berlin", "Zu vage", "Warten", ausgelassen mitsangen.

Doch damit genug mit den männlichen Auftritten: die beiden letzten Auftritte bedeuteten Frauenpower pur: Miss Platnum und Mieze mit ihrer Band "Mia" hatten sich vorgenommen, den "Fuchsbau zum Beben zu bringen". Miss Platnum, die vor wenigen Jahren noch als leidenschaftliche Balkan-Queen in aller Ohren klang, schlug dieses Mal eher ruhigere Töne an. Sie präsentierte ihr Album "Glück und Benzin", welches sie erstmals komplett in deutscher Sprache schrieb. So gab es anstatt Balkan-Beats ruhige Stücke mit viel Tiefgang.

Als Mieze, die Frontfrau den Band "Mia" nach Mitternacht loslegte, riss sie die Musikfans mit ihrer Energie sofort mit. Zu hören war die Sängerin mal softiger bei Songs wie "Tanz der Moleküle", oder mal lauter wie bei "Hungriges Herz". Ihr Auftritt bildete den Abschluss einer gelungenen Musiknacht.

   

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