Ein Quintett stand auf der Bühne: Die Familie Lessing und eine Berliner Musikerin erfreuten die Besucher zum Benefizkonzert in der Osterburger St. Nicolai-Kirche.

Osterburg l Zum 6. Benefizkonzert in diesem Jahr zugunsten der Rekonstruktion der historischen Buchholzorgel in der evangelischen St. Nicolaikirche hatte der Orgel-Förderverein für Sonnabend in das Gotteshaus eingeladen.

Akteure der Veranstaltung mit dem Titel "Concert a 5" waren Friedemann, Isolde, Johanna und Magdalena Lessing sowie als Gast Kathleen Sinclair aus Berlin am Cembalo. Sie brachte darüber hinaus ihre Stimme in den a-capella-Gesang der Lessings ein, so dass, dem Titel des Konzerts gerecht werdend, ein Vokal-Quintett zu hören war. Die Kirche in Osterburg sei ihr nicht fremd, sagte die Musikerin der Volksstimme. "Ich hatte schon mal beim Weihnachtsoratorium mitgewirkt".

Das Programm bestand aus barocker und moderner Instrumental- und Vokalmusik. Besonders die Musik solcher Komponisten wie Johann Christoph Pez (1664-1716), Antonio Vivaldi (1678-1741), Johann Gottfried Händel (1684-1759) und anderer Klassiker des 17./18. Jahrhunderts hatten es vielen Konzertbesuchern angetan. So gestand uns Edith Wilhelm unter anderem: "Ich mag diese Musik und bin schon öfter zu Konzerten dieser Art in der Kirche gewesen."

Orgel-Rekonstruktion: 40000 Euro fehlen noch

Die Seniorin war mit "Anhang" gekommen. Ute Patan, dazugehörig, erklärte: "Ich hatte meine Freundinnen Edith, Anneliese Heinrich und Karin Roy zu einem Spaziergang animiert, den wir nun mit dem Konzertbesuch abgeschlossen haben. Mir gefällt das Musizieren der Familie Lessing, wie man es von ihr gewohnt ist, und bei dieser Gelegenheit können wir mal wieder etwas für die Orgel spenden." Der Eintritt zu diesem Konzert war frei, um Spenden wurde gebeten. "Die Spendenfreudigkeit ist auch weiter erwünscht", sagte Kreiskantor Friedemann Lessing, Vize-Vorsitzender des Fördervereins. "In der Planung mit dem Orgelbaubetrieb ist vorgesehen, die Orgel bis September 2015 fertigzustellen. Aktuell fehlen uns noch 40 000 Euro."

Am 21. Juli sei ein Symposium zur Orgel mit Sachverständigen geplant, um noch Fachfragen zu klären. Alles in allem sollte man in Betracht ziehen: Wer jemals die Möglichkeit hatte, eine intakte "Königin der Instrumente" aus der Buchholz`schen Werkstatt zu hören, vielleicht in der St.-Nicolai-Kirche in Stralsund oder in der Stadtkirche in Barth, wird ermessen können, welche Klangfülle sie auch in St.Nicolai in Osterburg entfalten könnte, und wird begeistert sein.

Nicht zuletzt würde die Wiederherstellung des Originalzustandes dieser Orgel die Orgellandschaft der Altmark, ja ganz Sachsen-Anhalts erheblich bereichern.