Deutsch l Die Initiatoren der Glaubensgemeinde sehen der 2014er Auflage sozusagen mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen. Weniger schön ist die Tatsache, dass das Gotteshaus den Leseratten nicht wie sonst in den Sommerferien, sondern wahrscheinlich erst ab September zur Verfügung steht. Erfreulicher ist der Grund für die Terminverschiebung: Sanierungsarbeiten, die sich länger hinziehen als ursprünglich geplant, verhindern einen pünktlichen Start des Projektes, das in weitem Umkreis seinesgleichen sucht.

So gingen in den vergangenen Wochen Arbeiten über die Bühne, um tragende Teile des Kirchturms zu erneuern. Das Außengerüst wurde parallel dazu genutzt, um die Fugen auf der Westseite des Turmes auszubessern. Derzeit ist die Zwischendecke im Kirchenschiff an der Reihe, erklärte Karlheinz Mewes vom Gemeindekirchenrat im Gespräch mit der Volksstimme.

Zwischendecke ist verottet

Die Bretter der Konstruktion, die im Gegensatz zu den meisten anderen Kirchen in der Region nicht gerade abgehängt ist, sondern fast wir die Form des Kirchendaches spitz zuläuft, sind so verrottet, dass Mewes vor ein paar Jahren schon einmal durchgetreten ist, als über der Decke Vogel- und Feldermausdreck beseitigt werden sollte. In Abstimmung mit den Baufachleuten der Kirche und den Denkmalschützern kann jetzt der komplette Bretterbestand ausgetauscht und wieder mit einem Schutzanstrich versehen werden.

Die Finanzierung ist unter anderem über Eigenmittel der Gemeinde, über den Baulastfonds des Kirchenkreises und durch Zuschüsse des Amtes für Landwirtschaft, Forsten und Flurneuordnung "Altmark gesichert", so der ehrenamtliche Pfarrer, der auch erklärt, dass die Öffnungstage der Lesekirche nachgeholt werden. Falls diese mit einer Andacht aus welchem Grund auch immer kollidieren sollten, müsse man die Bücher eben aus den Kirchenbänken nehmen.

Zur Erinnerung: In den Wochen als Bücherkirche liegt in den Bänken eine repräsentative Auswahl der reichlich 1000 Bände. Wer will, kann tagsüber in der Mischung aus Krimis und Abenteuerromanen, Kinder- und Sachbüchern, Reise- und Bildungsliteratur, Lyrik und Poesie sowie Bibeln und anderen kirchlichen Werken blättern, diese mitnehmen und gern auch ein Exemplar aus eigenen Beständen hinterlassen. Grundgedanke war, dass Bücher nicht nach einmaligem Lesen ungenutzt im Regal herumstehen, sondern einer breiten Masse zugänglich gemacht werden.

Traditionell wird die Aktion Bücherkirche von vier Lesungen begleitet, bei die Protagonisten ein Buch ihrer Wahl vorstellen und die an vier August-Sonnabenden jeweils ab 18 Uhr in Deutsch stattfinden. Am 1. August liest laut einer Mitteilung aus dem Pfarramt Annemarie Timlinig bei Familie Mewes, am 8. August Cornelia Herrmann und am 15. August Pfarrer Roland Jourdan beim Frau Nitzsche. Den Abschluss gestaltet Hedwig Nitzsche am 22. August dann wieder bei Familie Mewes.