Beim Obst hat die Hocherntezeit begonnen. Auf leidenschaftliche Gärtner wie die Osterburgerin Hildegard Blumenthal kommt damit viel Abeit zu.

Osterburg l Die Stare haben es längst erkannt und sind über die Süßkirschen hergefallen. Beim Obst hat die Hocherntezeit begonnen. Für die Hobbygärtner sind späte Süßkirschen an der Tagesordnung, die Schattenmorellen brauchen noch ein paar Sonnentage, aber das Beerenobst ist längst reif. Die Erdbeeren haben die Haupterntezeit hinter sich, Himbeeren, Stachelbeeren, rote, weiße und schwarze Johannisbeeren drängen auf ihrer Verarbeitung; Brom-, Jochel- bzw. Jostabeeren haben noch ein paar Tage Zeit.

Eine leidenschaftliche Hobbygärtnerin, die die meisten Erträge an Obst und Gemüse aus ihrem Kleingarten einweckt bzw. einfriert, ist Hildegard Blumenthal. Seit mehr als 40 Jahren ist sie Mitglied in der Kleingartensparte "Aufbau" und bewirtschaftet eine 300 Quadratmeter große Parzelle. Vor einigen Jahren, als ihr Mann noch lebte, hatten die Blumenthals zwei Gärten unter dem Spaten.

"Solange es meine Gesundheit erlaubt, bearbeite ich meinen Garten", sagte die 73-Jährige der Volksstimme. "Das macht mir viel Freude und dann natürlich auch die Ernte, da hat man dann so sein Tun mit der Verarbeitung der Früchte zu Saft, Gelee und Marmelade." Die Familien ihrer beiden Töchter profitieren davon.

An siebzehn Beerensträuchern, beispielsweise, von der roten Johannisbeere bis zu Jochelbeere, ist eine gute Ernte herangereift, alles mindestens zwei Wochen früher als in den vergangenen Jahren. "Vom Ertrag eines Stachelbeerstrauches konnte ich zehn normale Einweckgläser einkochen", berichtete die Seniorin stolz. Sie ist aber auch mit den schwarzen Johannisbeeren sehr zufrieden. Das Rezept ihrer Marmelade "Schwarze Johanna", verrät sie gern. "Schon seit Jahren verarbeite ich die schwarzen Johannisbeeren zu Marmelade auf kaltem Wege; rote, weiße Johannisbeeren und Jochelbeeren eignen sich dazu nicht. Ich nehme ein Pfund Zucker, keinen Gelierzucker!, auf ein Pfund Früchte. Die werden unter Zuckerzugabe mit dem Mixstab püriert, die Masse wird in Becher, zum Beispiel von Margarine oder Eis, gefüllt und eingefroren. Einkochen erübrigt sich, so bleiben die Vitamine für den Winter erhalten. Natürlich schmeckt die Marmelade auch jetzt schon auf dem Frühstücksbrötchen, zum Joghurt oder Eis." Dieses Rezept hatte Hildegard Blumenthal 2001 in einem Kochbuch der Volksstimme veröffentlicht.

Später wird sich die Hobbygärtnerin an die Konservierung von Äpfeln der Sorten Roter Boskop - dieser Baum trägt in diesem Jahr sehr viele Früchte - und Jonagold machen. Süßkirschen hat sie nicht in ihrem Garten, dafür eine schmackhafte Sauerkirsche, die Koröser-Weichsel. Pfirsich und Brombeere versprechen ebenfalls einen guten Ertrag. Die Grundlage für die Erdbeerernte im kommen Jahr, die Ableger von diesjährigen Pflanzen, ist bereits in kleinen Töpfen. Auch alles, was an Gemüse gebraucht wird, wächst auf Hildegard Blumenthals Parzelle und erspart der Seniorin so den Weg zum Supermarkt.