Die Sekundarschule Goldbeck wurde im Herbst 2013 als erste Schule im Kreis Stendal ins Netzwerk "Schule ohne Rassismus -Schule mit Courage" aufgenommen. Der Titel verpflichtet. Dieser Tage drehte sich bei den Projekttagen alles um diese Thematik. Lehrer blieben außen vor.

Goldbeck l "Ich hatte schon etwas Bauchkribbeln, als ich hörte, dass sich unsere Schüler zwei ganze Tage komplett ohne Lehrer ihren Projekttagen widmen wollen. Doch wie sich zeigt, waren jegliche Bedenken unbegründet. Ich bin beeindruckt, wie gut und harmonisch die Arbeit läuft, und von dem, was hier alles auf die Beine gestellt wird", freut sich Schulleiter Winfried Schwuchow.

"Bald nach der feierlichen Titelverleihung entschieden sich die Schüler selbst, die Thematik in Form der nächsten Projekttage weiter zu vertiefen. Dafür nutzten wir das Angebot, uns studentische Unterstützung von der Hochschule Magdeburg-Stendal zu holen", erklärt Saskia Doberstein, verantwortliche Lehrerin im Rahmen von "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage". Wie sie weiter ausführt, gab es verschiedene Themen zur Auswahl. "Die Schüler haben sich selbst für die drei Themen Rassismus, Cybermobbing sowie Drogen und Sucht entschieden. Es wurden Arbeitsgruppen aus jeweils einem/einer Studierenden sowie zwei bis drei Schülern gebildet, die die Themen in Theorie und Praxis vertieften - anfangs jeweils unter der Anleitung eines Experten beziehungsweise einer Expertin. So wuchsen die Beteiligten in ihre eigene Referententätigkeit hinein. Pünktlich zu den Projekttagen waren alle gerüstet. An der Schule konnten sich die anderen Kinder und Jugendlichen schließlich für jeweils zwei der drei Themen entscheiden. Für die Projekttage wurden Unterarbeitsgruppen gebildet und so konnte die Arbeit beginnen - ohne Lehrerbeteiligung, nur unter der Leitung der beteiligen Studenten und Schüler.

Die so gebildeten, altersmäßig durchmischten Gruppen durchliefen in ihren Themenfeldern jeweils mehrere Stationen. Das Spektrum der Arbeit war vielfältig. So gab es z. B. ein Filmprojekt zum Thema Rassismus. Die Gruppen beschäftigten sich dabei vor allem mit den Symbolen und Zahlen, die in der rechten Szene oft verwendet werden. In den Filmen werden derartige Symbole auf ein Blech mit Zucker gemalt und schließlich durch andere ersetzt, die für Toleranz und Mitmenschlichkeit stehen. Ebenfalls im Themenbereich Rassismus ging es um Vorurteile verschiedenster Art. Eine Rolle spielte dabei auch eine selbstgebastelte Puppe, die einen Rechtsradikalen verkörpern sollte. Es wurde mit dem Vorurteil aufgeräumt, dass man einem Menschen seine Gesinnung automatisch ansieht. Die "rechte" Puppe wurde dann bastelnd bekleidet - mit ganz normalen, "unauffälligen" Klamotten.

Auch in den anderen Themenbereichen ging es sehr abwechslungsreich und kreativ zu. Unter anderem wurden Comics zum Thema Cyber- mobbing gezeichnet und zum Thema Sucht und Drogen aufschlussreiche Experimente im Chemieraum gemacht.

 

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