Gladigau. (fsc) l Mittwochabend in Gladigau. Blitze durcheilten den dunklen Himmel, Donner krachte, und die überirdische Schleuse war weit geöffnet. In dem vier mal 16 Meter großen Festzelt auf dem Pfarrhof warteten gut ein Dutzend Leute auf ein Nachlassen des Gewitterschauers. Sie wollten das Zelt, geteilt zwar, aber ansonsten ohne zu demontieren, an seinem nächsten Standort tragen, wo es für die Feier zum 40. Geburtstag von Mario Bannehr benötigt wird. Und der nächste Standort befindet sich am Dorfgemeinschaftshaus, zirka einen Kilometer vom Pfarrgrundstück entfernt.

Das Zelt, in dem auf Bänken und an Tischen etwa 70 Personen Platz haben, gehört dem Dorftheater und war anlässlich des kürzlich gefeierten 250. Geburtstages des Gladigauer Pfarrhauses aufgestellt worden. "Die Idee, es im ganzen zu transportieren, hatte Ralph Köpsel", sagte Horst Bannehr. "Als wir Helfer für den Abbau suchten, hatten sich lediglich drei Leute gemeldet. Doch nach dem Vorschlag, es wegzutragen, waren zehn Gladigauer Feuer und Flamme dabei zu sein, darunter vier Frauen." Und das waren Doreen Köpsel, Christa Holz, Malin Lazay und Simone Wiesner.

Zehn Personen, mehr bedurfte es nicht. Als der Regen nachließ, packte man jeweils eine Zeltstange, und ab ging die Prozession wie unter einem Baldachin ein Stück auf der Dorfstraße, dann über den alten Sportplatz bis zum Ziel. Und schließlich das ganze noch einmal mit dem zweiten Zeltteil. Das ungewöhnliche Vorhaben erregte Aufmerksamkeit; Leute sahen aus Fenstern oder traten in ihre geöffneten Haustüren.