Mit dem Abitur in der Tasche erfüllt sich ein Osterburger Jugendlicher seinen Traum und will eine Zeit lang in "Down under" leben.

Osterburg l Nach dem ganzen Abi-Stress hat man sich als geplagter Schüler eine Auszeit verdient. So denken viele Jugendliche. Für ein paar Monate mal die Seele baumeln lassen, einfach nichts tun, andere Länder und deren Kulturen kennen lernen. Auf Abenteuerreise gehen - bevor der Ernst des Lebens beginnt.

Es bleibt für so manchen ein Traum. Für Felix Muhl nicht. Der 18-jährige Osterburger packte in diesen Tagen seinen Rucksack und düst mit einem "Work-and-Travel-Visum" in der Tasche am heutigen Montag nach Australien.

Das zentrale Mittelfeld wird warten müssen

Der Fußballer, der für den OFC im zentralen Mittelfeld steht, freut sich schon sehr auf die neue Erfahrung. Vor allem auf den Flug. Denn für ihn ist das eine Premiere. "Ich war zwar schon oft in den Ferien im Ausland, aber geflogen bin ich noch nie", sagte er lächelnd. "Das wird das erste Mal sein."

Für längere Zeit mal Deutschland den Rücken kehren ist für ihn schon lange ein Thema: "Eigentlich wollte ich mich als Austauschschüler für ein Jahr bewerben." Aber zu diesem Zeitpunkt waren ihm die Freundschaften einfach zu wichtig. "Der Klassenverband war so gut, dass ich mich dagegen entschieden habe." Denn wenn er gegangen wäre, hätte er nach diesem Auslandsjahr, in der Jahrgangsstufe darunter das fehlende Schuljahr nachholen müssen und wäre auch mit ganz anderen Mitschülern letztendlich ins abschießende Abitur gegangen.

Sydney heißt sein erstes Ziel in "Down under". "Dort werde ich mich erst mal für drei Tage in einem Hostel einmieten." Während dieser Zeit will er sich um einen Job bemühen. Denn mit dem Work-and-Travel-Visum (auch als Working Holiday Visum bekannt) darf der Osterburger bis zu 12 Monate über den "roten Kontinent" Australien reisen und gleichzeitig auch arbeiten. Somit finanziert er sich zugleich seinen Aufenthalt. "Aber bis jetzt habe ich erst einmal geplant, sechs Monate dort zu bleiben." Von Sydney aus geht es dann für Felix Muhl weiter durchs Land bis nach Perth. Das ist sein Ziel. Zwischendurch sucht er sich immer mal wieder Arbeit und Unterkunft.

Der OFC muss also für die nächsten Monate erst einmal auf seinen erfolgreichen Mittelfeldspieler verzichten und wird ihn sicherlich schmerzlich vermissen. Denn ganz bestimmt hat Felix Muhl auch dazu beigetragen, dass die Mannschaft Pokalsieger wurde und ab der nächsten Saison in einer höheren Liga, der Kreisoberliga spielt.

"Die Familie unterstützt mein Vorhaben"

Sehnsucht wird sicherlich auch seine Freundin Linda nach ihm haben. Während ihr Freund Land und Leute kennen lernt, beginnt sie im Herbst mit ihrem Medizinstudium. Nicht zu vergessen, seine zwei jüngeren Geschwister, Eltern und Großeltern. "Die Familie unterstützt mein Vorhaben", freut er sich. "Es macht sich auch keiner Sorgen, außer die Großeltern halt", fügt er mit einem Augenzwinkern hinzu.