Osterburg l Im gesamten Landkreis Stendal ereigneten sich in diesem Jahr bislang (Stand 31. Juli) 13 Verkehrsunfälle mit Kindern. Dabei erlitten drei Mädchen und Jungen schwere und neun Kinder leichte Verletzungen. Nach Angaben von Polizei-Sprecher Mario Neiß geschah zwar "nur" ein Unfall auf dem Schulweg, dennoch rüsten sich die Beamten längst für den Unterrichtsbeginn am 27. August. Und erst recht für die Zeit nach dem 29. August, wenn die Abc-Schützen eingeschult sind. Denn die Erstklässler sind nicht nur neu an ihren Lernorten, sie sind auch Anfänger im Straßenverkehr.

Wie die beiden Osterburger Regionalbereichsbeamten Mario Grünwald und Michael Krüger für die Einheitsgemeinde ankündigen, wird die Polizei in den ersten Unterrichtstagen verstärkt Präsenz an der Grundschule am Hain sowie an der Flessauer Lernstätte zeigen. Geplant ist auch die Anbringung von Spannbändern, die alle Kraftfahrer und Verkehrsteilnehmer zur besonderen Aufmerksamkeit auffordern.

Info-Schreiben und Lageskizzen

Nicht zuletzt verfassten die beiden Polizisten ein Info-Schreiben, dass den Eltern über die Schulen ausgehändigt wird und das ihnen viele wichtige Tipps und Hinweise an die Hand gibt. Dazu zählen im übrigen auch Lageskizzen der Schulstandorte, die aufzeigen, wo mit dem Pkw gehalten werden darf, wenn die Kinder zum Unterricht gefahren werden. "Das ist in Flessau bislang nicht wirklich ein Problem, an der Grundschule am Hain aber umso mehr", sagte Mario Grünwald. Immer wieder sei dort das Halteverbot ignoriert worden, so die Beamten, die auf den Schutzbereich direkt vor der Schule hinweisen. "Das Halteverbot besteht, damit die Schüler sicher die Straße überqueren können. Bitte beachten Sie diese."

Zufrieden sind die Regionalbereichsbeamten mit dem Zustand der Bürgersteige, die die Kinder auf ihrem Weg zu den Schulen benutzen. "Für das Gebiet der Einheitsgemeinde Osterburg gibt es keinen Grund zur Klage."

Die Voraussetzungen dafür, den Schulweg zu trainieren, stimmen. Dieses Üben legen Grünwald und Krüger allen Eltern ans Herz. "Noch besteht ausreichend Gelegenheit, den Weg mit den Kindern in aller Ruhe abzugehen und auf mögliche Gefahren aufmerksam zu machen." Die Polizisten raten in diesem Zusammenhang auch zu einem Rollenspiel. "Eltern sollten sich von ihren Kindern den Weg zur Schule erklären lassen. So erkennen die Abc-Schützen mögliche Gefahrenstellen häufig selbst."

Eindringlich warnen Mario Grünwald und Michael Krüger davor, Erstklässler schon mit dem Fahrrad zur Schule zu schicken. "Im Alter von sechs oder sieben Jahren sind Kinder noch nicht in der Lage, ein Fahrrad sicher zu beherrschen und sich gleichzeitig auf den Straßenverkehr zu konzentrieren, Zeichen zu geben, Hindernisse zu umkurven oder in langsamer Fahrt durch Engstellen zu balancieren. Verkehrspädagogen raten daher, dass Kinder frühestens nach bestandener Radfahrausbildung, mit anschließender Radfahrprüfung, im vierten Schuljahr allein mit dem Rad im Straßenverkehr fahren sollten."

Auch für die Eltern von Abc-Schützen, die mit dem Bus zur Schule fahren, haben die Osterburger Regionalbereichsbeamten einige Hinweise. So sei es ratsam, mit den Kleinen das Benutzen öffentlicher Verkehrsmittel zu üben. Und: "Planen Sie auch für den Weg zur Haltestelle genügend Zeit ein. Ihr Kind sollte in Ruhe zur Haltestelle gehen können und Zeit haben, auch hier den sichersten und nicht den kürzesten Weg zu wählen. Weisen Sie Ihr Kind darauf hin, die Fahrbahn nur bei freier Sicht zu überqueren."

Nicht zuletzt empfiehlt die Polizei, bei Bekleidung und Ranzen auf helle Farben und genügend Leuchtstreifen zu achten. "Die nächste dunkle Jahreszeit kommt bestimmt. Und dann sind auffällig gekleidete Kinder deutlich besser zu erkennen."