Ein präparierter Seeadler ziert seit kurzem das Jagdzentrum auf Barsberge. Der Greifvogel wurde Ende des vergangenen Jahres mit einer tödlichen Verletztung bei Klein Schwechten aufgefunden

Barsberge l Das Domizil der Kreisjägerschaft des Altkreises Osterburg in Barsberge ist nicht nur Schulungszentrum für Waidmänner und -frauen, sondern steht insbesondere auch Klassen und Gruppen offen, die sich über das Geschehen im Wald informieren wollen. Während für einen Blick in die Flora fast schon ein Schritt vor die Tür reicht, ist die Fauna schwerer zu erreichen.

Neben sogenannten Trophäen wurde im Laufe der Jahre deshalb auch eine umfangreiche Sammlung an präparierten Wildtieren aufgebaut. Neuestes Exponat ist ein imposanter Seeadler, der in der Gemarkung Klein Schwechten mit einer tödlichen Verletzung von Bernd Falke gefunden wurde, der wiederum dafür sorgte, dass die zuständigen Behörden, wie das Kreisumweltamt oder die Landesverwaltung, Referat Naturschutz in Halle, verständigt wurden.

Besichtigung nur für Schulungszwecke

Logisch: Seeadler gehören zu den besonders streng geschützten Tierarten. Und selbst wenn ein Tier verendet ist, bedarf es einer amtliche Bestätigung für das Präparieren. In dem Fall ist die Genehmigung sogar daran gekoppelt, dass der Seeadler nur zu Schulungszwecken verwendet werden darf, erklärte der Vorsitzende der Kreisjägerschaft, Dieter Smyrek, im Gespräch mit der Osterburger Volksstimme.

240 Zentimeter Spannweite

Der Waidmann ist bei aller Tragik für das verunglückte Tier froh über das Exponat und ermuntert seine Kollegen, derartige Funde zu melden und nicht zu verscharren.

Der Klein Schwechtener Seeadler war etwa zwei bis drei Jahre alt und mit einer Spannweite von rund 240 Zentimetern und beeindruckenden Fängen ein ziemlich großer Vertreter seiner Art, die ohnehin zu den imposantesten Greifen im europäischen Raum gehören.

Smyrek vermutet, dass der Raubvogel in Klein Schwechten auf Futtersuche war und dass sich der heimische Horst vielleicht auf der anderen Seite der Elbe befinden könnte. Im Raum Quizöbel seien beispielsweise einige Horste bekannt.

Wie der Name des Habichtvogels schon vermuten lässt, bevorzugt das Tier von Natur aus gewässerreiche Gegenden, wo es sich von Fischen und Wasservögeln ernährt. Der Seeadler verschmäht indes auch Aas nicht. Was vielleicht ein Grund für seinen Abstecher in die von Wald, Äckern, Wiesen und Heide geprägte Gemarkung Klein Schwechten gewesen sein könnte.