Der Neujahrsempfang des Bürgermeisters für die Senioren aus Klein Schwechten sowie Häsewig und Ziegenhagen hat Tradition. Der 2011er ging am Mittwoch im Klein Schwechtener Feuerwehrgerätehaus über die Bühne. Mit einem neuen Gemeindeoberhaupt: Uwe Großpietsch.

Klein Schwechten. Nach der Eingemeindung von Klein Schwechten nach Rochau treibt die Klein Schwechtener, Häsewiger und Ziegenhagener natürlich die Frage um, wie es unter Rochauer "Regierung" in ihren Orten weitergeht. Auch die Senioren. Sie bewegt unter anderem, ob ihre monatlichen Treffs eine Zukunft haben.

"Ich will nichts kaputt machen", versicherte Rochaus Bürgermeister Uwe Großpietsch, der nun auch das Sagen in der Ex-Gemeinde Klein Schwechten hat, während des Neujahrsempfangs. Nichts spreche gegen die Fortführung der Treffs. Klein Schwechtens Ex-Bürgermeisterin Gabriele Andert, die nun Mitglied des Rochauer Rates ist, wird sich weiterhin um deren Organisation kümmern.

Im Gespräch: Wegebau nach Petersmark

Die Oldies brachten weitere Themen aufs Tapet. So den Ausbau eines Weges zwischen Klein Schwechten und Petersmark. Eine Förderung durch das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten, die für die Finanzierung unerlässlich ist, sei nur möglich, wenn der Weg durchgängig gebaut wird, machte Großpietsch klar. Dazu müsse neben der Gemeinde Rochau auch Goldbeck mit ins Boot, das heißt: einen Eigenanteil beisteuern. Doch Goldbecks Finanzlage sei angespannt. "Herr Dobberkau (Bürgermeister von Goldbeck – Anm. d. Red.) ist bemüht. Aber das Geld ist knapp", ergänzte Andert. Dann solle sich die Gemeinde Goldbeck den Anbau an ihre Kindertagesstätte sparen, zumal damit der Bestand der Kindereinrichtung in Klein Schwechten gefährdet werde, warfen Rentner ein.

Apropos Nachwuchs. Den Erhalt der Grundschulstandorte in der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck bezeichnete Großpietsch als problematisch. "Unsere Schule in Rochau ist bis 2014 sicher. Dann aber sollen die Kinder aus Groß Schwechten nach Stendal." Angesichts der demografischen Entwicklung und der sieben Grundschulen werde das Landesverwaltungsamt wohl irgendwann einmal die Forderung aufmachen, zwei davon zu schließen.

Kurz ging der Bürgermeister auf die Klage der Ex-Gemeinde Klein Schwechten gegen die Eingemeindung ein. Sie hätte durchaus etwas Positives. Hätten sich die Klein Schwechtener in der freiwilligen Phase der Gebietsreform selbst einen Partner ausgesucht, wäre die Wahl wohl auf Goldbeck gefallen, mutmaßte er. Die Folge: Rochau hätte sich ebenfalls mit Goldbeck zusammentun müssen. Mit Rochau und Klein Schwechten seien nun zwei Ex-Kommunen zusammengekommen, deren Voraussetzungen – beispielsweise die Infrastruktur – recht ähnlich seien, so Großpietsch. Er sagte: "Sicher braucht unser Zusammenwachsen Zeit. Aber wir sind auf einem guten Weg."

Wer wird der Stellvertreter?

Dieser Weg könnte ebener sein, wenn Andert zur stellvertretenden Rochauer Bürgermeisterin gewählt worden wäre, merkten Mitglieder der Seniorenrunde an. Bei der konstituierenden Sitzung wurde diese Entscheidung vertagt, nachdem es zwischen Karl-Heinz Deutsch aus Rochau und Gabriele Andert aus Klein Schwechten in zwei Wahlgängen jeweils eine Pattsituation gab. "Das ist Demokratie", kommentierte Großpietsch. Nun steht die Stellvertreterwahl am 18. Februar erneut auf der Tagesordnung.

Neben dem Gespräch über kommunalpolitische Fragen nutzte das Gemeindeoberhaupt die Seniorenrunde, um sich den Klein Schwechtenern, Häsewigern und Ziegenhagenern näher vorzustellen. Das schien zu interessieren. Hatte der vorjährige Neujahrsempfang 36 Teilnehmer verzeichnet, kamen diesmal 52 Frauen und Männer. Sie erfuhren unter anderem, dass der 51-jährige Genuss-Motorradfahrer bei der Abfallentsorgungsgesellschaft des Landkreises seine Brötchen verdient, verheiratet und Vater von zwei Kindern ist.