Seit dem Spätherbst verfügt die Geschwister-Scholl-Sekundarschule Goldbeck über eine neue Schulsozialarbeiterin. In den knapp drei Monaten ist Jennifer Braun zu einer Partnerin für die Kinder und Jugendlichen, aber auch für Eltern und Lehrer geworden.

Goldbeck. "Manchmal reicht es aus, einfach zuzuhören. Die Schüler können sich ihren Kummer von der Seele reden", meint Jennifer Braun. Da geht es um eine verpatzte Klassenarbeit, Stress mit den Eltern oder Liebeskummer.

Aber die Schulsozialarbeiterin muss sich auch auf schwerwiegendere Probleme einstellen können wie Mobbing oder Gewalt in der Familie. "Da ist es nicht mit Zuhören und einem Tipp getan. Da folgen Gespräche, und in akuten Fällen müssen dann auch andere Stellen eingeschaltet werden", erklärt Braun auf Volksstimme-Nachfrage.

"Inzwischen kommen viele Schüler zu mir"

Die 28-Jährige, die als Symbiose von Kumpel und Seelsorger, mitunter Seelentrösterin, bezeichnet werden kann und zudem als Mittlerin zwischen Schülern, Elternhaus und Lehrerschaft fungiert, ist Teil eines Projektes. Es soll Schwänzerei und Schulabbruch vorbeugen und damit die Quote der jungen Leute senken, die ohne Abschluss die Schule verlassen. Deshalb fördern Europäischer Sozialfonds sowie Kultus- und Sozialministerium die Einstellung und Arbeit von Sozialarbeitern an Schulen.

Um das Projekt umzusetzen, müssen die Sozialarbeiter erst einmal einen Draht zu den Schülern finden. Das weiß auch Jennifer Braun, die sagt: "Ich bin darauf angewiesen, dass die Kinder und Jugendlichen zu mir kommen." Doch erst einmal ist die Magisterin für Pädagogik zu den Schülern gegangen. In den Pausen hat sich die Neue auf dem Schulhof vorgestellt.

"Inzwischen kommen viele Schüler zu mir. Mit Fragen. Mit kleinen oder großen Problemen", freut sich die gebürtige Stendalerin, die jetzt in Osterburg wohnt. Zudem habe sich ein guter Kontakt zu den Lehrern entwickelt und sei Schulleiter Winfried Schwuchow offen für ihre Ideen.

Und davon hat sie eine Reihe mitgebracht – natürlich ohne das sprichwörtliche Fahrrad neu zu erfinden – und auch schon umgesetzt. So hob sie mit Fünft- und Sechstklässlern erst in der Vorwoche eine Theatergruppe aus der Taufe, gab es Koch- und Backnachmittage, finden Kick-Box-Trainingstage statt.

Und die junge Frau, die in ihrer Freizeit selbst Kickboxen betreibt und gern tanzt, kündigt weitere Veranstaltungen an. Die reichen von einem Schnuppertraining in Selbstverteidigung für Mädchen über Streitschlichtung bis Bewerbungstraining für Neunt- und Zehntklässler zur Berufsausbildung.

"Mit Frau Braun haben wir einen Volltreffer gelandet"

"Schulsozialarbeiter halte ich für sehr wichtig. Sie können sich Zeit für die Kinder und Jugendlichen nehmen, die wir Lehrer nicht immer haben. Und manche Dinge wollen die Schüler auch gar nicht mit ihren Lehrern besprechen", schätzt Schwuchow ein. Der Schulleiter fügt an: "Mit Frau Braun haben wir einen Volltreffer gelandet. Sie hat viele Ideen und setzt sie auch um. Und sie wird von den Schülern angenommen."

Jennifer Braun hat Spaß an ihrer Tätigkeit in der Goldbecker Sekundarschule und gibt gern zu: "Der Job ist wie gemacht für mich." Und sie begründet: "Die Arbeit wird gebraucht. Ich spüre Dank und ich spüre – das ist mir besonders wichtig –, dass ich etwas bewegen kann."