Seehausen. Zirka 30 interessierte Bürger hatten sich am Donnerstag im Seehäuser Rathaussaal zusammengefunden, um Näheres zum Bebauungsplan für das neu ausgewiesenen Industriegebiet zu erfahren. Im Norden von Seehausen gibt es konkrete Pläne des Unternehmens "Nordmethan", einen Biogaspark zu errichten.

Im Stadtrat habe es lange und intensive Überlegungen gegeben, neue Arbeitsplätze zu schaffen. Die Bemühungen um die Ansiedlung eines Biogasunternehmens sei ein erster Schritt in dieser Richtung, sagte Bürgermeister Ewald Duffe.

Otto Braune vom Ingenieurbüro Ateg, das mit der Planung des Biogasparks betraut wurde, informierte die Bürger über die Veränderungen, die nötig sind, um die Anlage anzusiedeln. Beispielsweise werde die Bundesstraße 189 um eine Linksabbiegerspur verbreitert.

Da die Planung in einem sehr frühen Stadium ist, sind eine Reihe von Maßnahmen noch nicht im Detail geklärt. So steht noch nicht fest, aus welcher Richtung die Stromversorgung erfolgen soll. Der Zugang von der Ostseite sei durch den Bahndamm, der von der Westseite durch die geplante A14 behindert.

Ein weiterer Punkt, der zur Debatte stand, war die Umweltverträglichkeit. Braune führte aus, dass diese vom Landesverwaltungsamt geprüft würde, da dort Genehmigungen für den Bau eingeholt werden müssten. In der geplanten Anlage würden laut Braune 42 Prozent Maissilage, zehn Prozent Getreide, zehn Prozent Gras und 38 Prozent flüssige Stoffe verarbeitet. Das dabei entstehende Biogas wird zum größten Teil in einer Aufbereitungsanlage zu Bio-Methan verarbeitet und dann ins Gasnetz eingespeist. Kleinere Mengen des Gasproduktes werden zu Strom umgewandelt und zur Prozesswärmeherstellung genutzt, also quasi für den Eigenbedarf verwendet.

Braune stellte klar, dass es sich um eine "moderne Anlage auf dem neuesten technischen Stand" handele, die einen "Beitrag zur Bioenergieregion Altmark und zum Anteil erneuerbarer Energien" leisten wird. Eine ähnliche Anlage wird bereits in Könnern betrieben. Diese Anlage hatte der Seehäuser Stadtrat bereits besucht.

Rainer Tögel, Produktentwickler bei Nordmethan, stand dann den Seehäusern Rede und Antwort. Er bekannte: "Wir stehen ganz am Anfang des Verfahrens."

Dr. Walter Fiedler äußerte die beiden Fragen, die wahrscheinlich den meisten Anwesenden auf den Lippen brannten. Er erfragte die voraussichtliche Anzahl der Arbeitsplätze und den Zeitplan für das Bauvorhaben. Braune und Tögel bezifferten die Anzahl der Arbeitsplätze auf zehn. Zum Zeitplan konnten sie nur ungenaue Angaben machen. Für das Genehmigungsverfahren seien sechs Monate, für die Errichtung der 21 Millionen Euro teuren Anlage 14 Monate vorgesehen.

Stadtratsmitglied Dr. Helmut Günther informierte sich über den Flexibilität der Anlage und ob diese auch andere als die geplanten Stoffe verarbeiten könnte, zum Beispiel biologische Abfälle. Tögel sagte, das dies technisch möglich sei. Allerdings ist dies derzeit aus rechtlichen Gründen nicht umsetzbar, weil nur für die Biogasherstellung angepflanzte Pflanzen verwendet werden dürfen. Abfälle zählen nicht dazu. Derzeit sei ein Gesetzesvorhaben in Gange, das dies ändern soll.