Osterburg. Mit einem Vortrag über Schüßler-Salze begann am Mittwochabend die diesjährige Veranstaltungsreihe "Treff in der Bibliothek" der Kreisvolkshochschule Stendal. Deren Leiterin Sabine Krüger begrüßte als Referentin Ute Romahn, Inhaberin der Pelikan Apotheke in Osterburg, die sich seit Jahren auch mit Homöopathie inklusive dieser biochemischen Heilweise beschäftigt.

Der Oldenburger Arzt Dr. Wilhelm Heinrich Schüßler (1821-1898), ein Schüler des Berliner Arztes Rudolf Virchow (1821-1902), hatte sich das damalige Wissen über Mineralstoffe zunutze gemacht, es weiterentwickelt und war zu der Erkenntnis gelangt: Krankheiten entstehen durch Defizite an notwendigen Mineralstoffen in den Zellen; durch Zufuhr der fehlenden Salze lassen sie sich lindern oder sogar heilen.

Schüßler wies bei seinen Forschungen zwölf isolierte Mineralsalze nach, die sich als lebensnotwendig für die Gesundheit herausstellten. Sie bauen den Organismus auf und halten ihn in Schwung. Ohne Magnesium zum Beispiel kämen über 300 Stoffwechselprozesse, die ständig im Körper ablaufen, zum Stillstand. Oder: Unsere Knochen wären ohne Kalzium dünn wie Papier, und ohne Eisen gäbe es keinen Sauerstofftransport zu den Zellen, der Mensch würde innerlich ersticken. Nachfolger des Oldenburger Arztes entdeckten zwölf weitere Mineralsalze, sogenannte Ergänzungssalze.

"Eine Krankheit entsteht dadurch, dass bestimmte Salze einfach fehlen", sagte die Apothekerin den gut zwei Dutzend Zuhörern bei der Erläuterung ihrer Tabellen und Grafiken. "Die Biochemie ist bestrebt, diese Salze aufzufüllen. Sie werden wie bei anderen homöopathischen Mitteln in Tablettenform gereicht, gelutscht und über die Mundschleimhaut aufgenommen. Mittlerweile gibt es auch Salben und Cremes auf dieser Grundlage. Um den Körper darauf einzustimmen, sollte die erste Tablettengabe in Flüssigkeit aufgelöst und getrunken werden", erläuterte Romahn. Die Einnahme erstrecke sich über mehrere Wochen.

Eine Besonderheit sei die sogenannte "Heiße 7". Bei akuten Beschwerden wie Migräneanfällen oder Krämpfen löse man zehn Tabletten, Kinder die Hälfte der Dosis, des Salzes Nummer 7 (Magnesium phosphoricum) in heißem Wasser auf, trinke langsam und behalte jeden Schluck einen Moment im Mund.

"Manche Menschen machen regelrechte Kuren über das ganze Jahr", sagte Romahn. Nebenwirkungen seien bisher nicht beobachtet worden; es träten auch keine Wechselwirkungen mit Medikamenten auf. Die Dosierung richte sich nach erkennbaren Mängeln und Befindlichkeitsstörungen. Mit Hilfe der Antlitz-Analyse kann der Arzt die notwendigen biochemischen Funktionsmittel für die jeweilige Person bestimmen – etwa nach dem Motto: Schau mich an, und ich sage dir, was dir fehlt. Färbungen, Strukturen, Falten und Spannung der Haut werden bei Tageslicht betrachtet. Das ersetze aber keine medizinische Diagnostik, stellte Romahn klar.