Schönberg l Nein, an diesem Sonntag war Walter Schaffer nicht mit der Kamera unterwegs. An seinem 70. Geburtstag hatte er zum Empfang geladen, und nicht nur Nachbarn gratulierten dem Jubilar. Der frühere Bürgermeister Schönbergs, Udo Seidel, und Mitglieder des Fördervereins St. Petrikirche Seehausen überbrachten ebenfalls Glückwünsche.

Lehrer für Mathe und Physik


In Hirschberg am See, dem heutigen Doksy in Tschechien (Sudetenland), wurde Walter Schaffer als Sohn eines Bäcker- und Konditormeisters geboren. 1945 flüchtete die Familie im Zuge der Offensive der Roten Armee und landete erst einmal in Lohne. In Lohne, Kleinau und Fleetmark drückte er mit seiner Schwester die Schulbank, bis die Eltern 1960 nach Seehausen zogen und dort eine Infrarotbäckerei (Konsumbäckerei) aufmachten. Zwei Jahre später begann für Schaffer die Lehre zum Elektromonteur in einem Starkstromanlagenbau in Halle. Statt anschließend Berufsschullehrer zu werden, nahm er an der Technischen Hochschule in Magdeburg ein Studium als Mathe- und Physiklehrer auf.

Da hatte er sein privates Glück längst gefunden. "Wir sind schon seit 53 Jahren ein Paar", verriet Irmgard Schaffer am Geburtstag. 1966 heirateten sie, Schönberg wurde Heimat. Bis zur Wende arbeiteten beide als Lehrer im Ort. Nach der Wende und mit Schulschließung bewarb sich Walter Schaffer am Gymnasium in Seehausen. "Das klappte prompt", erinnert er sich. Bis zum Vorruhestand unterrichtete er an der Penne, sie an der Grundschule.

Danach war endlich mehr Zeit für seinen Faible, für die Zeitung zu schreiben. "Mit der Volksstimme bin ich seit Jahrzehnten verwurzelt. 1965 berichtete ich für die Volksstimme schon über einen Arbeitseinsatz der Studenten bei der Kartoffelernte. Das war mein Anfang", so Schaffer. Seit der Rente ist er mehr denn je, oft auch mit seiner Frau, zu Terminen unterwegs. Selbst eine verletzte Hand konnte ihn nicht davon abhalten.

Künftig etwas kürzer treten


Mit 70 will er allerdings kürzer treten. Das Projekt "Ausbau der Türmerwohnung", mit dem sich der Förderverein der Petrikirche beschäftigt, ist für das Gründungsmitglied des Vereins eine Herzensangelegenheit. Außerdem wünscht sich der Jubilar mehr Zeit für den Garten, seine Münzsammlung oder das Basteln auf elektrischem Gebiet, wofür ihm seine Handwerksausbildung zugute kommt. Und er will endlich wieder angeln.

Vor 20 Jahren bezogen Schaffers ihr Häuschen mit Garten und Teich. Dort freuen sie sich über den Besuch der Familien ihrer Jungen Thoralf und Ronald und der drei Enkelsöhne. "Wir feiern ja eigentlich 140. Geburtstag. Irmgard ist schon am 20. Mai 70 geworden. Nachher geht`s in Krumke weiter", kündigte Walter Schaffer an.